Bei der Abendhauptschule handelt es sich um eine besondere Hauptschulform des so genannten Zweiten Bildungswegs (Erwachsenenausbildung).
In der Regel werden Abendschule und Abendhauptschule entsprechend dem jeweiligen Bundesland und der dort vorherrschenden Tradition an Volkshochschulen angeboten. Wie es der Name schon sagt, findet die Abendhauptschule abends statt. Ziel ist es, den Hauptschulsbschluss (z.B.: SGD Fernkurs: Hauptschulabschluss) zu erhalten, wobei dies sowohl mit als auch ohne dem Hauptfach Englisch möglich ist.
Jeder, der eine Abendhauptschule besuchen möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. So müssen die Bewerber die gesetzliche Schulpflicht bereits erfüllt, aber noch keinen Bildungsstand ähnlich dem Hauptschulabschluss erworben haben. Je nach Bildungseinrichtung müssen oft noch interne Voraussetzungen (ausreichende Deutsch- und eventuell auch Englischkenntnisse) vorhanden sein. In einigen Bundesländern ist außerdem die Erfüllung der Berufsschulpflicht eine Zugangsvoraussetzung zur Abendhauptschule. An den örtlich ansässigen Schulbehörden sowie an den Volkshochschulen werden Informationen zur Abendhauptschule gegeben.
Die Gebühren der Abendhauptschulen richten sich nach Bundesland und Bildungseinrichtung. Notwendige Unterrichtsmaterialien wie Bücher müssen entweder gekauft oder gegen eine Gebühr geliehen werden, einige Bildungsträger stellen diese aber auch kostenlos zur Verfügung.
Wer keinen Schulabschluss oder einen Sonder- bzw. Förderschulabschluss hat, benötigt ungefähr acht Monate bis eineinhalb Jahre, um den Hauptschulabschluss an der Abendhauptschule zu erwerben. Je nach Bildungsträger werden so genannte Vorkurse angeboten, um den früheren Lernstoff aufzufrischen oder sich aufgrund geringerer Vorbildung auf die Abendhauptschule vorzubereiten.
Die Kernfächer sind Mathematik und Deutsch, hinzu kommt bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen auch Englisch. Die Unterrichtsfächer sind im Gegensatz zur normalen Hauptschule auf ein Minimum beschränkt. Gelehrt wird in kleineren Gruppen von 15 bis 25 Personen. Das hat natürlich den Vorteil, dass sich die Lehrer intensiver mit den Lernenden beschäftigen können und so bessere Lernerfolge erzielt werden können. In den staatlichen Hauptschulen wird zum Ende der Schulausbildung die Prüfung absolviert.
Schon seit Mitte der zwanziger Jahre besteht in Deutschland die Möglichkeit der abschlussbezogenen Erwachsenenausbildung. Arbeiterbildungsvereine, Volkshochschulen und auch Bildungsinitiativen bieten diese Bildungsmöglichkeiten an. Allgemeines Ziel war es schon früher, den Menschen aufgrund besserer Bildung mehr Chancen in der Berufswelt einzuräumen. Nach Gründung von Abendgymnasien und Abendrealschulen würden auch Abendhauptschulen ins Leben gerufen.