Was sind variable Kosten?

Variable Kosten – oft auch als bewegliche, veränderliche oder mengenabhängige Kosten bezeichnet – sind ein Teil der Gesamtkosten in der betriebswirtschaftlichen Kostenrechnung. Variable Kosten ändern sich mit der der Stückzahl bzw. mit dem Beschäftigungsgrad.

Das Gegenstück zu den veränderlichen Kosten sind im Grunde genommen die fixen Kosten – die sich nicht mit der Ausbringungsmenge ändern.

Variable Kosten lassen sich anders als die Fixkosten exakt anteilig auf das Produkt umrechnet – dann spricht man von den variablen Stückkosten.
Beispiele für variable Kosten sind Kosten für Rohstoffe, Hilfsstoffe beim Produktionsprozess und Betriebsstoffe beim Prozess und dem Betrieb der Maschinen.
Variable Kosten können indes einen unterschiedlichen Verlauf nehmen und werden daher in drei Typen eingeteilt:

  • proportional
  • Progressiv
  • degressiv

Beim proportionalen Verlauf ändern sich die gesamten veränderlichen Kosten direkt proportional wie die Bezugsgrößenmenge – also der Beschäftigungsgrad. Auch die variablen Stückkosten bleiben konstant.
Bei der progressiven – also überproportionalen – Entwicklung nehmen die veränderlichen Kosten bei zunehmender Beschäftigung auch stärker zu. Zudem steigen hier die variablen Stückkosten auch an. Dies lässt sich beispielsweise durch die Bezahlung von Überstunden erklären.
Beim degressiven – also unterproportionalen – Verlauf, nehmen die gesamten variablen Kosten mit steigendem Beschäftigungsgrad geringfügiger zu. Als Folge davon sinken mit steigendem Beschäftigungsgrad auch die variablen Stückkosten. Grund kann hier ein Mengenrabatt beim Kauf von Rohstoffen genannt werden.

Variable Kosten spielen die entscheidende Rolle bei der Berechnung des Deckungsbeitrages

Der Deckungsbeitrag bezeichnet in der Betriebswirtschaftslehre die Differenz vom Umsatz zu den variablen Kosten. Im Grunde genommen ist der Deckungsbeitrag also derjenige Beitrag, der dem Unternehmen zur Deckung der fixen Kosten zur Verfügung steht.
Die Deckungsbeitragsrechnung selbst beschreibt eine Teilkostenrechnung, bei der nur die variablen Kosten als Kostenträger auf das Produkt verrechnet werden. Bei der Vollkostenrechnung werden zusätzlich noch die fixen Kosten mit betrachtet. Dies rührt daher, da nur sie als verursachungsgerecht auf das Erzeugnis zuordenbar sind.

Der Ablauf der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung sieht wie folgt aus:

Zunächst wird der Stückdeckungsbeitrag ermittelt – dies geschieht durch Subtraktion von Produktpreis mit den variablen Stückkosten.
Anschließend wird der Gesamtdeckungsbeitrag als Produkt von Stückdeckungsbeitrag und Absatzmenge für jedes Produkt einzeln ermittelt.
Anschließend wird der Deckungsbeitrag der gesamten Produktpalette gebildet. Hierzu werden die einzelnen Produktdeckungsbeiträge einfach addiert.
Das Ergebnis des Betriebes ist letztlich die Subtraktion der Fixkosten des Unternehmens vom Deckungsbeitrag der gesamten Produktpalette.