Schüler an einer Abendschule

Schüler an Abendschule

Die Abendschule und das Thema Weiterbildung nimmt in der aktuellen Berufssituation für immer mehr Berufstätige eine wesentliche Rolle ein. Nicht selten wird daher von vielen bereits wenige Jahre nach ihrer schulischen Ausbildung bedauert, nicht länger gelernt und einen anderen Schulabschluss angestrebt zu haben. Durch das Konzept der Abendschule wird dies jedoch im Nachhinein möglich und stellt somit heutzutage eine der wichtigsten Säulen der Erwachsenenbildung in Deutschland dar.

Die Abendschule ist allgemein eine Einrichtung für Berufstätige, die ein Interesse daran haben, sich nach ihrem Feierabend weiterbilden zu wollen. Die Motivation kann hierbei ebenso vielfältig sein wie die Abschlüsse, die durch das erfolgreiche Absolvieren von Abendschulkursen erlangt werden können. Spezielle Kurse wie beispielsweise die Technikerschule machen eine konkrete Weiterbildung in Spezialbereichen des eigenen Berufes möglich, während im allgemeinbildenden Bereich Einrichtungen wie die Abendhauptschule, die Abendrealschule oder das Abendgymnasium die Möglichkeit bieten, den jeweiligen Schulabschluss nachzuholen. Zielsetzungen, die Absolventen der einer allgemeinen oder speziellen Abendschule anstreben, sind üblicherweise die Weiterbildung in ihrem aktuellen Beruf, bessere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt durch einen besseren Schulabschluss oder die Chance, ein Studium mit dem nachgeholten Abitur zu beginnen.

Je nach Kursart finden die Unterrichtseinheiten ein bis mehrere Male pro Woche statt. Im Vergleich zum normalen Schulunterricht, der fünf Tage die Woche über mehrere Stunden andauert, wird bei einem Abendschulkurs mehr Eigeninitiative von den Lernenden verlangt. Auch Hausaufgaben sind in der Abendschule üblich, wobei zudem ein noch intensiveres Eindenken aller Abendschulkursbesucher in die Materie gewünscht wird. Ein Eindenken, das aus zeitlichen Gründen nicht alleine in die Kursstunden investiert werden kann.

Üblicherweise enden Kurseinheiten an der Abendschule im Halbjahres- oder Jahresrhythmus. Hier hat man zum Abschluss durch schriftliche Prüfungen den Nachweis zu erbringen, dass die im Kurs präsentierte Materie verstanden wurde und angewendet werden kann. Bei erfolgreichem Bestehen erhält der Absolvent ein entsprechendes Zertifikat bzw. ein Zeugnis, mit dem er sich nun auf dem Arbeitsmarkt oder bei einer Hochschule bewerben kann. Der Erfolg gibt dabei dem Konzept Abendschule übrigens Recht: Knapp 100.000 Deutsche vertrauen aktuell auf diese Weiterbildungsmöglichkeit, die auch bei Arbeitgeber sehr gerne gesehen ist. Schließlich beweist ein Absolvent der Abendschule, dass er trotz seiner Erwerbstätigkeit in der Lage ist und den Willen hat, sich hochmotiviert weiterzubilden und in immer neue Problemfelder einzudenken.

Kurz und Knapp:

 

Was kostet eine Abendschule?

Selbstverständlich sind die Kosten für eine Abendschule ein wichtiges Thema für jeden, der einen solchen Schritt erwägt. Der bisherige Beruf kann bei einem solchen Schritt oftmals entweder nicht in vollem Maße oder gar nicht mehr ausgeübt werden, auf der anderen Seite stehen die bleibenden Lebenshaltungskosten, die Kosten für den Besuch und oft auch die Kosten für die erforderlichen Unterrichtsmaterialien. Jedoch winken bei gründlicher Überlegung auch bessere berufliche Perspektiven, zum Beispiel in Form eines höheren Bildungsabschlusses oder neuer beruflicher Perspektiven. Zwischen diesen beiden Aspekten gilt es abzuwägen.

Große Unterschiede bei den Anbietern

Es existieren in Deutschland grundsätzlich zwei Arten von Bildungsträgern von Abendschulen: staatliche und private Anbieter.

Staatliche Abendschulen sind in der Regel kostenfrei (abgesehen von den Unterrichtsmaterialien und der Anmeldung für die Abschlussprüfung), private Anbieter hingegen unterscheiden sich hinsichtlich der Höhe der Gebühren sehr voneinander. Hier lohnt sich ein sorgfältiger Vergleich, der in Abstimmung mit den eigenen finanziellen Möglichkeiten stehen sollte. Dabei ist zu überlegen, ob die verlangten Gebühren wirklich in Relation zum Angebot und zum angestrebten Abschluss stehen, da einzelne Anbieter mit unlauteren Versprechungen werben. Vor allem bei neuen Berufszweigen ist zu beachten, welche Qualifikationen Teilnehmer letztendlich erwerben (zum Beispiel „staatlich anerkannt“ oder nur ein Zertifikat des Anbieters?). Auch ist zu überlegen, ob der Besuch der Abendschule später tatsächlich zu finanziellen Gewinnen führt. Interessenten sollten also gründlich darüber nachdenken, ob der angestrebte Bildungsabschluss oder der angestrebte Beruf in der Folgezeit auch finanziell interessant ist.

BAföG – finanzielle Unterstützung durch den Staat

Weitgehend unbekannt ist die Tatsache, dass BAföG nicht nur Studenten, sondern in vielen Fällen auch Schülern zusteht und von diesen beantragt werden kann. Welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit jemand BAföG-berechtigt ist, darüber informiert das zuständige BAföG-Amt. Zudem kann eine solche Aus- oder Fortbildung oft von der Steuer abgesetzt werden. Mögliche finanzielle Zuschüsse von Seiten des Staates sind auf jeden Fall in die Überlegungen einzubeziehen, denn grundsätzlich hat der Staat ein Interesse an der Weiterqualifizierung von Arbeitnehmern. Somit empfiehlt sich eine Kontaktaufnahme mit dem BAföG-Amt auf alle Fälle. Steht jemand in einem Arbeitsverhältnis, kann auch beim aktuellen Arbeitgeber erfragt werden, ob er beispielsweise die Erlangung eines weiterführenden Bildungsabschlusses über eine Abendschule bezuschusst. Häufig müssen Arbeitnehmer dann aber im Gegenzug Verpflichtungen wie zum Beispiel einen langjährigen Verbleib im Betrieb eingehen.