Unter dem Begriff „Abendschule“ versteht man eine Bildungseinrichtung, die zur Weiterbildung von Erwachsenen konzipiert ist, also von Personen, eigentlich schon einen gewissen Bildungsabschluss und meist auch eine Ausbildung in ihrem Lebenslauf nachweisen können. Trotzdem gilt nach wie vor, dass man nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernt, und das am besten lebenslang.

Aktuell besuchen in Deutschland etwa 100.000 Menschen eine Abendschule. Dass diese Einrichtungen als Abendschulen bezeichnet werden, leitet sich ganz einfach daher ab, dass sich viele bereits berufstätige Menschen an solchen Schulen einfinden, und so eben tagsüber dem Verdienst ihres Lebensunterhalts nachgehen, während sie am Abend die Schulbank für ihre Weiterbildung drücken. Was natürlich nicht heißen soll, dass das Lernen an Wochenenden und freien Tagen tabu sei.

Abendschulen werden nach den Abschlüssen unterschieden, die in der jeweiligen Einrichtung zu erreichen sind. Es gibt zum einen sehr spezielle Abendschulen, die nur ganz bestimmte Fähigkeiten vermitteln. Dies können zum Beispiel Technikerschulen sein, die wichtige Weiterbildungen in allen technischen Berufen anbieten. Zum anderen gibt es aber die allgemeinbildende Abendschule, die für einen besseren Schulabschluss besucht wird. Ganz so wie im deutschen Schulsystem gibt es auch bei Abendschulen die Abendhauptschule, die Abendrealschule sowie das Abendgymnasium, sodass sich bei letzerem sogar die Gelegenheit bietet, das Abitur nachzuholen. Dafür muss man allerdings ein hohes Pensum aufbringen, da die Zeit bis zu den Abiturprüfungen, in der man abends in der Abendschule noch lernt, drei Jahre lang dauern kann.

Für manchen ist die Abendschule deswegen die große Chance auf Weiterbildung, weil der Staat Umschulungen in der Regel finanziell unterstützt. Ein entsprechender Antrag beim Arbeitsamt gewährt einen Bildungsgutschein, mit dem man sich über einen gewissen Zeitraum hinweg vergünstig fortbilden kann. Unter Umständen kann man auch eine BAföG-Unterstützung für den Besuch einer Abendschule beantragen. Auf alle Fälle ist noch zwischen staatlichen und privaten Anbietern von Umschulungen und Weiterbildungen zu unterscheiden, wobei private Schulen wesentliche höhere Gebühren verlangen. Ganz egal für welche Art von Abendschule man sich entscheidet, nach erfolgreichem Bestehen der Prüfungen bekommt man ein Zertifikat, dass der Kurs bestanden wurde. Eine handfeste Bescheinigung neuer Kompetenzen, mit der man sich auf Hochschulen oder auf dem Arbeitsmarkt überzeugend präsentieren kann!