Im Rahmen des Bologna-Prozesses wurden die alten Diplom- und Magister-Studiengänge abgeschafft und durch das Bachelor-/Master-System ersetzt, sodass sich Studierende neu zurechtfinden mussten. Der Bachelor ist ein Studienabschluss, den man nach 3 Jahren erhält und der als erster Hochschulabschluss bereits zum Beruf führen kann. Auch im Abendstudium kann man ihn erwerben und damit berufsbegleitend studieren – mit gewissen Einschränkungen.

Zahlt sich der Bachelor wirklich aus?

In viele Berufe kann man mit der bestandenen Bachelor-Prüfung bereits einsteigen. Allerdings ist es von dort aus noch ein weiter Weg, bis man die wirklich attraktiven Stellen besetzen kann, auf die man es vielleicht abgesehen hat. BWL-Studenten beispielsweise steigen in Trainee-Stellen ein und lassen sich dann vom Unternehmen weiter ausbilden, sodass sie dauerhaft diejenigen Aufgaben ausführen können, die der Arbeitgeber von ihnen erwartet. Will man schneller aufsteigen oder als begehrte Fachkraft einsteigen, empfiehlt es sich fast immer, den Master ebenfalls zu machen oder in eine andere Richtung umzuschwenken, wenn man beim Bachelor bereits festgestellt hat, dass man in diesem Fachbereich nicht bleiben oder sich neu orientieren will. Will man hingegen firmenintern aufsteigen und bekommt dafür vom Unternehmen ein Ausbildungs- und Qualifikationssystem geboten, kann man natürlich auch bei diesem bleiben und auf diesem Wege versuchen, beruflich weiterzukommen, soweit man möchte.

Im Abendstudium zum Bachelor – geht das?

Man kann auch berufsbegleitend im Abendstudium einen Bachelor-Abschluss erlangen, allerdings nur in bestimmten Fachbereichen. Es gibt beispielsweise keine berufsbegleitenden Studiengänge in der Architektur, in der Archäologie oder in der Humanmedizin, diese Fachrichtungen müsste man auf ganz klassischem Wege studieren und hat keine andere Möglichkeit, an einen Abschluss zu kommen. BWL, Informatik, Marketing, Management oder ähnliche Fachbereiche hingegen kann man durchaus im Rahmen eines Abendstudiums berufsbegleitend oder auch ohne einen festen Arbeitsplatz angehen und bekommt einen gleichwertigen Bachelor-Abschluss wie den der regulären Hochschule. Durch einen Bachelor parallel zum Beruf kann man sogar schon erste Berufserfahrungen und praktisches Wissen vorweisen und überzeugt den anspruchsvollen künftigen Arbeitgeber eher, als wenn man lediglich den regulären Bachelor an einer Hochschule gemacht hätte und als frischer Absolvent ohne jegliche berufliche und praktische Erfahrung die Hochschule verlässt und Arbeit sucht.