Weiterbildungsangebote und Bildungsträger gibt es jede Menge, wobei nur anerkannte Träger der beruflichen Weiterbildung für den Bildungsgutschein infrage kommen.

Seit 2003 gibt es für Empfänger von Arbeitslosengeld I unter bestimmten Voraussetzungen von der Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein. Seit 2005 zählen auch ALG-II-Empfänger zu den Bezugsberechtigten, wobei die Förderchancen nicht so gut sind. Mit dem Bildungsgutschein halten Berechtigte die schriftliche Zusage ihrer Arbeitsagentur für die Teilnahme an einer Weiterbildung in der Hand. Dieser Gutschein garantiert die Übernahme der Kosten im Rahmen einer beruflichen Weiterbildung.

Voraussetzung ist allerdings, dass der Bildungsträger und die gewählte Weiterbildung für die Weiterbildungsförderung vom Gesetzgeber zugelassen sind (§ 81 SGB III). Wenn man einen Bildungsgutschein erhält, weist der unter anderem auf das Bildungsziel, den regionalen Geltungsbereich sowie die notwendige Weiterbildungsdauer hin. Die Gültigkeitsdauer beträgt maximal drei Monate. In dieser Zeit muss der Bildungsgutschein eingelöst werden.

Die Entscheidung über die Weiterbildung Arbeitsloser trifft der jeweilige persönliche Arbeitsberater bei der Agentur für Arbeit. Als Arbeitsloser wendet man sich daher direkt an seinen Betreuer. Den Bildungsträger für eine berufliche Weiterbildung kann man frei wählen. Den Bildungsgutschein löst allerdings nur ein zugelassener Träger ein. Damit die Kosten von der Arbeitsagentur übernommen werden, muss der vom Bildungsträger ausgefüllte Gutschein zur Bestätigung vorgelegt werden.

Bei Vorlage des Gutscheins prüft die Agentur für Arbeit, inwieweit die ausgewählte Maßnahme mit den inhaltlichen Zielen und Erfordernissen des Bildungsgutscheins übereinstimmt. Bei Nichtübereinstimmung kann das Einlösen versagt werden. Kleine Abweichungen können toleriert werden. Keinesfalls darf die Weiterbildung einfach aufgenommen werden, wenn die Zugangsvoraussetzungen nicht erfüllt sind und eine erfolgreichen Teilnahme nicht wahrscheinlich ist. Der Gutschein wird auch ungültig, wenn der Bildungsträger die Maßnahme beginnt, die Vorlage bei der zuständigen Agentur für Arbeit jedoch noch nicht erfolgt ist.

Bildungsgutscheine können selbstverständlich auch an einer Abendschule eingelöst werden. Die Arbeitsagentur übernimmt einen Teil oder alle Kosten, die beim Besuch entstehen. Berechtigte können sich finanzielle Unterstützung sichern und Bildungsgutscheine beispielsweise für das Nachholen eines Fachabiturs oder eines Realschulabschlusses an einer Abendschule erhalten. Wer die Zusage bekommt, einen Bildungsgutschein für den Besuch einer Abendschule nutzen zu können, verpflichtet sich zum regelmäßigen Besuch. Ein Abbruch der Maßnahme kann dazu führen, dass die Arbeitsagentur die erhaltene Förderung zurückfordert.