Christina, Tanja, Alexander, Sascha und Stephan haben in der Region Trier in diesem Sommer eine Lehrstelle angetreten. Wie rund tausend andere auch haben sie sich für eine Ausbildung im Handwerk entschieden. Zahntechnikerin, Metallbauer, Werbe- und Lichtreklameherstellerin, Maurer und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sind die Berufe, in denen sie sich verwirklichen möchten. Auch für Benjamin, Jennifer, Daniel, Katja und andere haben sich berufliche Perspektiven ergeben. Sie absolvieren eine Ausbildung in den Bereichen Heilerziehungspfleger, Rechtsanwaltsfachangestellte, Fachlagerist und Friseurin.

Und doch unterscheiden sich diese Lehrlinge von den meisten anderen Azubis. Denn als Spätberufene verfügen sie im Alter von über 25 Jahren noch über keine abgeschlossene Berufsausbildung. „Die 2. Chance“ dazu erhielten sie über das gleichnamige Projekt. Mithilfe erfahrener Pädagogen, Ausbildungsmeister und Stützlehrer fanden sie den Weg in die Lehre – und damit den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt.

Der Fachkräftemangel rückt zunehmend auch das Potenzial von Erwachsenen ohne Berufsabschluss, die älter als 25 Jahre sind, auf dem Ausbildungsmarkt ins Blickfeld. Dies führte dazu, dass der Startschuss für das Pilotprojekt die „2. Chance“ in der Region Trier zu Beginn dieses Jahres fiel. Finanziert wird „Die 2. Chance“ aus Mitteln des Jobcenters Trier-Stadt und des Europäischen Sozialfonds. Das Projekt zielt darauf ab, Ausbildungssuchende zwischen 26 und 39 eine zweite Chance auf berufliche Erstausbildung bzw. Umschulung zu ermöglichen.

Während das Hallmann Personal- und Schulungscenter in Trier im Bereich Industrie und Handel unterstützt, engagiert sich die Handwerkskammer Trier im Bereich der gewerblich-technischen Berufe. In den Einrichtungen beider Projektträger stehen jeweils 12 Teilnehmerplätze zur Verfügung. Frei gewordene Plätze vermittelter Teilnehmer werden laufend neu besetzt.

Das Projekt enthält Phasen betrieblicher Praktika und schulischer Qualifizierung zur Aufnahme des Berufsschulunterrichts. Dabei gehört die Analyse persönlicher Fähigkeiten der Teilnehmer ebenso zur Berufsvorbereitung wie das Üben von Vorstellungsgesprächen und die Optimierung von Bewerbungsunterlagen. Damit die jungen Erwachsenen den für sie passenden Betrieb finden, arbeiten die Beteiligten eng mit regionalen Handwerksbetrieben, der Agentur für Arbeit und vielen weiteren Netzwerkpartnern zusammen.

Marita Wallrich, Geschäftsführerin des Jobcenters der Stadt Trier, erklärt, was das Projekt „Die 2. Chance“ so wichtig macht: „Fachkräftesicherung und demografischer Wandel erfordern gemeinsame Anstrengungen der handelnden Akteure. Wir können es uns nicht leisten, wenn potentielle Fachkräfte dem Arbeitsmarkt verloren gehen, indem sie nicht in eine qualifizierte Ausbildung einmünden.“

Trotz der Erfolge zum regionalen Ausbildungsbeginn läuft das Projekt weiter, mindestens bis zum Jahresende. Kunden des Jobcenters Trier-Stadt, die eine Ausbildung anstreben, können sich an ihren zuständigen Berater wenden.

 

Kontakt
Sven Kronewirth

Handwerkskammer Trier
skronewirth@hwk-trier.de
0651 207-196