Wer sich mit dem Gesellenbrief in der Tasche nach einer mehrjährigen berufspraktischen Tätigkeit (meist drei Jahre) weiter qualifizieren möchte, kann beispielsweise eine Meisterschule besuchen und die Meisterprüfung ablegen. Zur Vorbereitung auf die Prüfung zum Meister kann zum einen die Vollzeitvariante gewählt werden, alternativ bietet die Meisterschule auch Teilzeitunterricht neben dem Beruf, meist in Form der Abendschule an.

Der Meisterabschluss ist eine wichtige Qualifikation für diejenigen, die sich als selbstständiger Unternehmer betätigen wollen. Als Meister hat man auch in einem Unternehmen Aufstiegschancen. Neben zusätzlicher Führungsverantwortung zahlt sich das auch in einem höheren Gehalt aus. Arbeitgeber wissen durchaus zu würdigen, wenn sich jemand viele Monate oder einige Jahre zum Meister weiter qualifiziert. Wer die zusätzliche Belastung mitgemacht und die Prüfung mit Erfolg bestanden hat, der hat neben Fachwissen auch Willen und Eigenständigkeit bewiesen.

Die Liste der Berufe, die als Qualifikation einen Meister beinhalten ist lang und reicht vom Augenoptiker bis zum Zahntechniker. An Meisterschulen herrscht daher in Deutschland auch kein Mangel. Die meisten Meisterschulen berücksichtigen die Bedürfnissen von Berufstätigen und bieten Vorbereitungsseminare an Abendschulen an. Die Prüfungsvorbereitung läuft parallel zur eigentlichen beruflichen Tätigkeit an Abenden oder Wochendenden. Mithilfe der Teilzeitvariante den Meisterabschluss zu erreichen, macht zwar den Weg bis zum ersehnten Abschluss insgesamt länger, dennoch hat die Abendschule den Vorteil, dass der Beruf nicht leidet. Auch kann das auf der Meisterschule Gelernte unmittelbar in der Praxis angewendet werden. Das sollte sich spätestens beim Ablegen der Prüfung positiv auswirken.

Für den Besuch einer Abendschule im Allgemeinen müssen bereits bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, zusätzliche besondere Anforderungen gelten für die Meisterschule. Um einen Abschluss an einer Abendschule zu erlangen, wird eine gewisse Vorbildung gefordert. Außerdem ist es nicht gestattet, nebenher noch eine zweite allgemeinbildende oder berufliche Ausbildung durchzuführen. An einer Abendschule können alle staatlichen Schulabschlüsse (Real-/Hauptschulabschluss, Abitur oder IHK-Prüfungen) erreicht werden. Für den Besuch der Meisterschule wird der Gesellenbrief verlangt. Findet die Meisterausbildung nicht im gleichen Ausbildungsberuf statt, ist eine dreijährige Berufserfahrung nachzuweisen (gilt für bestimmte Handwerksberufe).

Ausbildungabschlüsse können nach Absolvierung staatlicher und privater Abendschulen erreicht werden. Die Meisterschule gibt es sowohl bei staatlichen als auch privaten Anbietern. Die Zahl staatlicher Abendschulen ist allerdings begrenzt. Von den Landesregierungen wird zudem festgelegt, welche Förderung möglich ist oder ob die Studenten einen Unkostenbeitrag leisten müssen. An einer privaten Abendschule schwanken die monatlichen Beiträge nach Anbieter zwischen 100 bis 300 Euro. Der Besuch der Meisterschule kann mithilfe von BAföG und Meister-BAföG (meist bei Vollzeitstudium) finanziert werden.