Das Steuersystem ist ein sehr komplexes System. Um sich in diesem Dschungel besser zurechtzufinden, werden den arbeitenden Bürgern bestimmte Steuerklassen zugeordnet. Diese Steuerklassen erfüllen den Zweck, dass sie dem Bürger einen Überblick über seine Steuerabzüge geben. Die Steuerklassen legen nicht nur fest, wie viel Lohnsteuer jeder Bürger bezahlen muss, darüber hinaus geben sie auch Auskunft, wie hoch der Solidaritätsbeitrag und die Kirchensteuerabzüge sind.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, je nach Steuerklassen der Arbeitnehmer einen Teil des Lohnes einzubehalten und ihn an das Finanzamt abzuführen. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Steuerklassen, denen ein Arbeitnehmer in Deutschland zugeteilt werden kann. Die Zuweisung einer Steuerklasse erfolgt nach seinem Familienstand.

In der Steuerklasse I sind Menschen, die unverheiratet oder deren Ehegatte beschränkt steuerpflichtig sind. Aber auch dauerhaft getrennt Lebende, Verwitwete und Menschen mit einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft. Die Steuerklasse II gilt vor allem für Alleinerziehende oder für Verwitwete mit mindestens einem Kind. Die Steuerklasse III richtet sich an Ehepartner, die nicht dauerhaft getrennt leben und für Verwitwete, bei denen der Partner bis zum Tode einkommensteuerpflichtig war. Die Klasse IV richtet sich an alle berufstätige Ehepartner, bei denen beide einkommensteuerpflichtig sind. Seit 2010 gibt es bei den Steuerklassen ein sogenanntes optionales Splittingverfahren, bei dem die beiden Einkommen der Partner mit einem Faktor belegt werden, anhand dessen dann das zu versteuernde Einkommen ausgerechnet wird. Sollte ein Ehepartner deutlich mehr als der andere verdienen, dann kann sich der Mehrverdienende in die Steuerklasse III und der weniger  gut Verdienende in die Steuerklasse V eintragen lassen. Die letzte Steuerklasse ist die Steuerklasse VI. In dieser Steuerklasse werden die Arbeitnehmer eingetragen, die ein zweites oder drittes Dienstverhältnis angenommen haben.

Über die Gerechtigkeit der Steuerklassen lässt sich streiten. Je nach Wahl der Steuerklassen können sich unterschiedliche Belastungen für die verheirateten Partner ergeben. Verdient ein Paar gemeinsam etwa 60.000 Euro im Jahr, so beträgt die gemeinsame Steuerlast etwa 8300 Euro. Wenn sie jedoch nicht verheiratet sind, dann beträgt die Steuerlast zwischen 8300 und 13000, wenn nur einer verdient. Wer sich mit den Steuerklassen gut auskennt, der kann bares Geld sparen und mit ein wenig Übung ist die Steuererklärung einfach gemacht. Viele Stimmen werden in Deutschland laut, dass das Steuersystem viel zu kompliziert sei und vor allem nicht effizient. Aber gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise versuchen die Politiker alles daran zu setzen, um die fehlende Geldmenge vom Steuerzahler zu bekommen. Aber das wird sich der Steuerzahler nicht mehr lange gefallen lassen. Denn wer hart arbeitet, dem sollte am Ende des Monats auch genügend Geld zum Leben bleiben. Wer daran denkt, die Steuerklasse zu wechseln, der kann das seit dem 01.01.2012 bei dem zuständigen Finanzamt tun, davor war die Meldebehörde dafür zuständig. Als Grundsatz gilt, die Steuerklasse kann nur einmal im Jahr geändert werden.