Ob nun als Meilenstein im Lebenslauf oder für die persönlichen Möglichkeiten: Ein gehobener Abschluss ist immer von Bedeutung. Wer im ersten Anlauf kein Abitur oder die Fachhochschulreife abgeschlossen hat, kann das mit den vielen Optionen für Fort- und Weiterbildungen auch in späteren Jahren nachholen. Allerdings ist es wichtig, sich zu informieren, welcher Abschluss für die eigenen Ziele passend ist. Nicht immer muss es das Abitur sein, wenn bestimmte Studiengänge erreicht werden sollen. Welcher Abschluss passt am ehesten zu den eigenen Ambitionen?

Der Unterschied zwischen Abitur und Fachhochschulreife

Generell wird in Deutschland zwischen zwei höheren Abschlüssen unterschieden: Auf der einen Seite steht das klassische Abitur, das nach zwölf bzw. dreizehn Jahren an der Schule erreicht werden kann. Dieses erlaubt ein Studium an beinahe allen Universitäten aufzunehmen, sofern die entsprechenden Kapazitäten an der Hochschule vorhanden sind. Dann gibt es noch die Fachhochschulreife.

Vor der Umstellung des Systems für Bildung und Abschlüsse in Deutschland, als also für das Abitur noch 13 Jahre Schule nötig waren, konnte der schulische Teil der Fachhochschulreife nach 12 Jahren erworben werden. In Verbindung mit einem Studium oder einer praktischen Zeit in einem Betrieb wurde der Abschluss gültig und bot die Möglichkeit, bestimmte Studiengänge zu absolvieren. Dieser Abschluss kann sich besonders dann als gut erweisen, wenn ohnehin ein bestimmter praktischer Beruf angestrebt wird. Durch die nötigen praktischen Kenntnisse entsteht automatisch die Möglichkeit, in das gewählte Berufsfeld einen Einblick zu erhalten. Ansonsten unterscheidet sich die Reife für die Fachhochschule nur in den möglichen Universitäten vom klassischen Abitur.

Fachhochschulreife oder Abitur nachholen ist für viele eine wichtige Entscheidung für eine positive Zukunft

Fachhochschulreife oder Abitur nachholen ist für viele eine wichtige Entscheidung für eine positive Zukunft

Die Möglichkeiten von Abschlüssen nach der Schule

Nicht jeder hatte die Möglichkeit, den angepeilten Abschluss bereits in der normalen Zeit in der Schule zu schaffen. Schwierigkeiten in bestimmten Fächern oder andere Einflüsse haben vielleicht dazu geführt, dass das Abitur nicht erreicht wurde. In der heutigen Zeit gibt es allerdings viele Möglichkeiten, um auch nach der normalen Schulzeit noch das Abitur oder die Fachhochschulreife zu erreichen. Diverse Bildungsträger bieten Kurse und Lehrgänge an, mit denen es möglich ist, die höheren Abschlüsse nachzuholen. Diese Kurse werden entweder klassisch als Abendstudium angeboten oder über diverse Angebote von Fernschulen, bei denen nur eine Anwesenheit für die Prüfungen nötig ist.

Der Ablauf bei einer solchen Form der Bildung ist auch für Berufstätige eine interessante Option, sich auf dem zweiten Bildungsweg mit zusätzlicher Qualifikation interessanter für den Arbeitsmarkt zu machen. Die Abendschule ist ein gutes Beispiel, wie auch in der eigenen Region oder Stadt die entsprechenden Kurse abgelegt werden können, die für das Erreichen einer der beiden Bildungsabschlüsse nötig ist. Der Vorteil von Berufstätigen liegt dabei etwa darin, dass sie die praktische Zeit für die allgemeine Fachhochschulreife in fast allen Fällen bereits hinter sich haben. Wer also den Kurs erfolgreich absolviert, wird direkt danach mit den Bewerbungen für ein entsprechendes Studium beginnen können. Die Arbeitszeit ist dabei auch in Hinblick auf die Kurse ein Vorteil, da das Studium entsprechend verkürzt werden kann.

Wer sich für den Abschluss nicht an einen bestimmten Ort binden möchte, könnte sich für die verschiedenen Angebote der Fernschulen interessieren. Diese haben sich in den letzten Jahren aufgrund der Vielzahl an interessanten Möglichkeiten und vor allem aufgrund der Flexibilität zu einer beliebten Alternative entwickelt. Der entsprechende Stoff, der für ein Abitur oder für die Fachhochschulreife nötig ist, wird meist mit der Hilfe von Büchern oder Kursen im Internet abgefragt. So erhalten die Prüfenden die Möglichkeit, ganz nach ihrem eigenen Zeitplan zu arbeiten. Nur die entsprechenden Prüfungen, die am Ende für den Abschluss nötig sind, müssen bei einer festen Kommission abgelegt werden. Diese ist an einem bestimmten Ort zu finden und die Einladungen werden rechtzeitig verschickt. Mit diesem System ist es also auch außerhalb der Abendschule und mit flexibler Zeit möglich, die entsprechenden Abschlüsse zu erreichen.

Welcher Abschluss ist für wen geeignet?

Ausreichende Möglichkeiten sind also in jeder Form vorhanden. Es gibt ausreichend Einrichtungen und Wege, wie die verschiedenen Abschlüsse erreicht werden können. Allerdings ist es wichtig, dass man sich umfangreich damit beschäftigt, welcher dieser Wege für die eigenen Ziele passend ist. Es geht hier immerhin um Zeit, Geld und Energie, die in einen solchen Abschluss investiert werden müssen. Daher sollte sich jeder die Frage stellen, ob der angepeilte Abschluss passend für die beruflichen Ziele ist. Hier sind einige Fragen, die wie eine Checkliste funktionieren können:

  • Welcher Beruf ist das Ziel? Viele Berufe lassen sich auch durch ein Studium an einer Fachhochschule perfekt ergänzen. Es gibt nur wenige Berufe, etwa Ärzte oder Juristen, die ein klassisches Studium an der Universität benötigen. Es kann sich also durchaus lohnen, die eigenen beruflichen Chancen vorher umfangreich zu prüfen.
  • Praxis oder Theorie? Während es beim Studium an der Universität vor allem um die Theorie geht, wird bei den Studien an der Fachhochschule vor allem auf die Praxis gesetzt. Das kann auch Auswirkungen auf den eigenen Lebenslauf haben.
  • Fernstudium oder lokales Studium? Auch nach dem Abschluss muss natürlich noch studiert werden. Dabei ist die Wahl der Universität nicht nur in Hinblick auf die Möglichkeiten bedeutend. Faktoren wie Unterhaltskosten oder Studiengebühren sollten rechtzeitig eingeplant werden.
  • Zeit und Ressourcen? Das Abitur nachzuholen ist meist mit einem großen Aufwand verbunden, der bei der Fachhochschulreife erheblich geringer ist. Sofern nur geringe Ressourcen vorhanden sind, könnte dies den gewählten Abschluss beeinflussen.


Es gibt also einige wichtige Fragen, die mit der Wahl des Abschlusses aber auch mit dem späteren Studium verbunden sind. Dabei geht es auch um solche Dinge wie Geld oder Zeit, das in den Abschluss investiert werden kann. Alles in allem lässt sich aber festhalten, dass es ich in vielen Fällen lohnen kann, das Abitur nachzuholen oder die Fachhochschulreife zu erlangen. Das bedeutet fast immer neue Möglichkeiten im eigenen Job oder in der Branche an sich. Da zudem viele Chefs rund um das Personal auf den Abschluss achten oder sogar einen Teil des Studiums finanzieren würden, öffnen sich mit dem verbesserten Abschluss automatisch auch neue Türen. Es ist nur wichtig, dass vorher umfangreich geplant und organisiert werden. Ein Vergleich der Möglichkeiten oder der Angebote sind ebenso wichtig wie die Frage nach den richtigen Studiengängen. Es bleibt also am Ende nur viel Glück für das eigene Vorhaben und die damit verbundenen Prüfungen zu wünschen.

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