Für wen ist ein Fernstudium sinnvoll?

Ein Fernstudium richtet sich vor allem an zwei Zielgruppen. Die erste Zielgruppe der Fernstudiengänge besteht aus Menschen, die sich aufgrund ihrer finanziellen Situation kein herkömmliches Studium leisten können. Auch wenn die landläufige Meinung besteht, dass Bildung in Deutschland kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, trifft dies nicht auf Studenten aus jedem Bundesland zu. Aktuell wird an den meisten Universitäten keine Studiengebühr gezahlt.

Übliche Praxis hingegen ist die Zahlung von verpflichtenden Studienbeiträgen. Je nach Universität können sich diese für gewöhnlich zwischen 100 € und 500 € je Semester belaufen. Diese werden zum Großteil für die Zwecke der Studentenschaft eingesetzt. Darunter zählen Abgaben für die Betreibung einer Mensa, Bibliothek, eines Studierendenrates und häufig auch vergünstigter Zeitkarten für den lokalen Nahverkehr. All diese Dinge sind jedoch bei einem Fernstudium nicht notwendig und verringern dadurch die halbjährlich zu zahlenden Kosten. Neben diesen direkten Kosten bestehen zusätzliche indirekte Kosten. So wird während der Zeit des Studiums ein besonders hoher Betrag an Lebenserhaltungskosten fällig. Dieser kann ausschließlich durch den Bezug von staatlichen Förderungen oder Krediten gestemmt werden. Während es an keiner Universität möglich ist, die Lebenserhaltungskosten über eine Vollzeitstelle zu erwirtschaften, nehmen viele Universitäten ihre Studenten sogar so stark ein, dass diese sich im besten Fall zwischen Privatleben und einer kleinen finanziellen Unterstützung in Form eines Nebenjobs entscheiden müssen. Wer weder BAföG beziehen kann, noch einen Kredit aufnehmen möchte oder wer diesen Lebensstil nicht für mindestens drei Jahre leben möchte, ist gut damit beraten, statt einem herkömmlichen Studium ein Fernstudium zu wählen. Dieses ermöglicht es, neben dem Studium eine Vollzeitstelle zur Finanzierung der eigenen Lebensunterhaltungskosten auszuüben und weist deutlich geringere direkte Studienkosten auf.

Ein Studium ist oft teuer - hier kann man an einer Fernuniversität Geld sparen!

Ein Studium ist oft teuer – hier kann man an einer Fernuniversität Geld sparen!

Die zweite Zielgruppe von Fernstudiengängen besteht in sehr engagierten Studenten. Während auf einer Universität viele Einschränkungen und Restriktionen zur Auswahl von Studieninhalten bestehen, ist es in einem Fernstudiengang möglich, so viele Kurse zu belegen, wie man möchte. Dies erfordert jedoch auch ein hohes Organisationstalent. Das häufig bekannte Problem von Studenten höherer Semester, dass sie aufgrund der Zulassungsbeschränkungen eines einzigen Moduls ein oder mehrere Semester länger studieren müssen, besteht bei einem Fernstudiengang nicht. Zahlreiche Studenten sahen sich bereits gezwungen, ein erfolgreiches Studium mit ausgezeichneten Noten im letzten Semester abbrechen zu müssen, weil eine Teilnehmerbegrenzung für ein notwendiges Modul bereits überschritten war und sie sich kein weiteres Semester leisten konnten. In einem Fernstudium war es bereits einigen Studenten möglich, die akademischen Grade mehrerer Studiengänge innerhalb dieser drei Jahre zu erreichen. Eine solche Leistung erfordert natürlich auch eine hohe Eigenmotivation. Die besonders hohe Freiheit der Studiengestaltung von Fernstudiengängen geht natürlich mit dem Risiko einher, zu wenig Leistung zu erbringen und den Studienabschluss dadurch hinauszuzögern. Wer jedoch über ein ausgezeichnetes Zeitmanagement und hohe Eigenverantwortung verfügt, ist mit einem Fernstudium deutlich besser beraten.

Wo kann man ein Fernstudium absolvieren?

Ein Fernstudium kann man an zahlreichen Universitäten absolvieren. In Deutschland ist hierfür der größte Ansprechpartner die Fernuniversität in Hagen. Sie zählt mit über 85.000 Studenten nicht nur als besonders großer Anbieter von Fernstudiengängen, sondern ist gleichzeitig auch die größte Universität des Landes. So war sie lange Zeit die einzige Universität, die Fernstudiengänge anbot. Deshalb verfügt sie auch über zahlreiche Partner Universitäten, bei welchen man besonders einfach ein Auslandssemester absolvieren kann. Daneben gibt es noch die AKAD, die in ganz Deutschland 32 Prüfungszentren besitzt und damit selbst die Reisekosten zu den Präsenzterminen so gering wie möglich hält.

Der Hochschulkommpass, ein Angebot der Hochschulrektorenkonferenz gibt hier einen guten Überblick über die Fernstudiengänge in Deutschland.

Diesen neuen Trend entdecken nach und nach auch Präsenzuniversitäten für sich. Während Fernuniversitäten jährlich immer mehr Studenten besitzen, geht die Zahl der in herkömmlichen Universitäten studierenden Personen kontinuierlich zurück. Aus diesem Grund ist es vermehrt an Präsenzuniversitäten möglich, das Studium auch aus der Ferne zu absolvieren. Hierbei muss man jedoch beachten, dass die direkten Kosten der Universität durch dieses Angebot nicht gesenkt werden. So zahlt man eventuell in jedem Semester über 100 € für ein Straßenbahnticket, welches man nur ein einziges Mal benutzt. Auch sollte beachtet werden, dass diese Universitäten einen ganz anderen Fokus in ihrer Lehre verfolgen. So ist es häufig der Fall, dass die bereitgestellten Studienmaterialien des Fernstudiengangs einer Präsenzuniversität deutlich schlechter als jene von Fernuniversitäten sind. Auch verfolgen nicht alle Professoren einer Universität das gleiche Ziel. So ist es nicht selten der Fall, dass die Universitätsleitung versucht, mit dem Angebot von Fernstudiengängen die Anzahl an Studenten der Universität zu erhöhen, jedoch nicht alle Professoren ein fernstudientaugliches Modul anbieten und Prüfungsvoraussetzungen haben, die dem Präsenzstudium zuzuordnen sind. Möchte man also vermeiden, dass man wöchentlich einmal für vereinzelte Module durch ganz Deutschland reisen muss, sollte in jedem Fall die Fernuniversität einer Präsenzuniversität vorgezogen werden.

 

 

Bildquelle: bigstock ID 20376941 by Sandra Gligorijevic