Wer im Berufsleben steht oder bereits Familie und Kinder hat, für den ist ein Studium an einer herkömmlichen Hochschule in der Regel nur schwer machbar. Eine Fernuni bietet diesen Menschen die Möglichkeit zu studieren und gleichzeitig Geld zu verdienen oder die Familie zu versorgen.

Wo gibt es Fernuniversitäten?

In Deutschland gibt es nur eine stattliche, reine Fernuni, die Fernuniversität Hagen. Sie bietet Diplom-, Bachelor- und Masterstudiengänge an. Studienrichtungen sind Kultur- und Sozialwissenschaften, Informatik, Rechtswissenschaft, Mathematik und Wirtschaftswissenschaften.

In Kombination von Präsenzveranstaltungen, Fernstudium und Online-Inhalten bietet auch die Hochschule Lahr ein Fernstudium an. Diese Fernuni richtet sich vor allem an berufstätige Akademiker, weil ihre Studiengänge ein Erststudium und Berufserfahrung voraussetzen.

Zudem gibt es in Deutschland einige Fachhochschulen und Universitäten, die zum normalen Präsenzstudium auch ein Fernstudium anbieten. Zu dieser Art Fernuni gehört auch die Universität Kaiserslautern. Sie bietet die Möglichkeit des Früheinstiegs in das Studium der Elektrotechnik, Maschinenbau, Informationstechnik und in das Physikstudium, in Form eines Fernstudiums. So haben, z. B. Schüler die Möglichkeit, bereits am Ende der Schulzeit ins Studium einzusteigen.

Deutschsprachige Fernuniversitäten gibt es aber auch in der Schweiz und in Österreich. In Österreich ist beispielsweise das Humboldt Fernlehr-Institut mit Sitz in Wien sehr angesehen, u.a. für sein umfangreiches Lehrangebot im Bereich Wirtschaft. Aber auch im Bereich Technik, Fremdsprachen, Kunst und Gestaltung, Psychologie und vielen weiteren Bereichen werden Studiengänge angeboten, sodass für jeden das Passende zu finden ist.

Was bietet eine Fernuniversität und wie verläuft das Studium?

Eine Fernuniversität ist eine Hochschule, die das Studium und einen damit verbundenen akademischen Abschluss über ein Fernstudium ermöglicht. Eine Fernuni darf deshalb nicht mit einer normalen Fernschule verwechselt werden, die keine Voraussetzungen bietet, einen akademischen Grad zu erreichen.

Ausbildung und Niveau der Fernuni gleichen dem einer herkömmlichen Hochschule, allerdings wird hier das Lehrmaterial in der Regel durch die sogenannten Studienbriefe verteilt. Zusätzlich werden Audio- und Videoaufnahmen, CD´s und das Internet verwendet. Über das Internet werden vor allem Übungsaufgaben, Lehrmaterial und Benachrichtigungen übermittelt.

Betreut wird ein Fernstudent von einem Mentor, entweder in der Stadt, in der die Fernuni sich befindet oder in einem der Studienzentren. Mit Hilfe ihrer Studienzentren betreut eine deutsche Fernuni Studierende aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und einigen Ost- und Mitteleuropäischen Ländern. Mit Hilfe des Internets, via Videokonferenz oder E-Mail können Studierende auf der ganzen Welt unterstützt werden.

Die Leistungsnachweise werden auch an einer Fernuni durch Klausuren, Seminare, Hausaufgaben und Referate erbracht. Zusätzlich sind schriftliche und mündliche Prüfungen abzulegen. Für Prüfungen und Präsensaktionen, z. B. Seminare, muss der Fernstudent allerdings in die jeweiligen Städte reisen.

Statistisch gesehen werden an einer Fernuni mehr Studiengänge abgebrochen, als an einer herkömmlichen Hochschule. Das liegt vor allem daran, dass fehlender Kontakt und Fremdmotivation durch Kommilitonen zur Demotivation und zum Abbruch des Studiums führen können.