Das Studium mit gutem Abschluss beendet und bereit für die Arbeitswelt! Voller Tatendrang stürzen sich jährlich tausende Absolventen in die Suche nach dem passenden Job, der nicht nur das nötige Kleingeld zum Leben abwirft, sondern zudem auch Spaß macht und die Erwartungen in die Arbeitswelt übertrifft!

Sobald die ersten Stellenanzeigen durchforstet sind, stellt sich jedoch schnell die Realisation ein, das von einem jungen, sehr gut ausgebildetem Menschen heutzutage mit Anfang 20 schon 3-5 Jahre Erfahrung in einem bestimmten Feld gewünscht sind um die Junior Position oder gar die eines Trainees zu bekommen. Doch wer kann schon während seines sehr zeitaufwendigen Bachelor- oder Masterstudiengangs Vollzeit nebenbei arbeiten gehen um genau diese Erfahrungen mit in den ersten Job zu bringen? Leider die wenigstens.

Genau deswegen gehen immer mehr Absolventen den Schritt, sich erst einmal auf ein, oft unvergütetes, Praktikum einzulassen, um Berufserfahrung zu sammeln oder in manchen Firmen einen Fuß in die Tür zu bekommen. Die Chance, „nach dem Praktikum übernommen zu werden“, hört man dabei fast bei jedem Vorstellungsgespräch. Das soll motivieren und außerdem über die sehr magere Aufwandsentschädigung hinweg trösten. Schließlich hat man nach 6 Monaten die Chance, direkt bei vollem Gehalt einzusteigen. So zumindest die Versprechungen.

Wie wichtig sind Praktikas im Lebenslauf wirklich?

Natürlich ist es wichtig, Berufserfahrung zu sammeln. Zum einen zeigt dies einem potentiellen neuen Chef, das man mit den Gepflogenheiten in einem Büro, einer Werkstatt oder einer medizinischen Einrichtung schon vertraut ist. Zum anderen ist es aber auch wichtig herauszufinden,was einem wirklich liegt. Wer immer davon geträumt hat eines Tages im Vertrieb, einer Redaktion oder in einem Wirtschaftsunternehmen zu arbeiten, stellt vielleicht fest, das diese Arbeit ihm gar keinen Spaß macht und er viel lieber mit Hammer und Bohrmaschine arbeitet.
Sollten für die Wahl des richtigen Berufszweiges zwei, drei oder fünf Praktikas notwendig sein, ist das also völlig in Ordnung. Es ist aber kein Muss. Einem potentiellen Chef ist viel wichtiger zu sehen, was aus jedem Praktikum für Erfahrungen mitgenommen wurden.

Werden Praktikas heutzutage besser bezahlt?

Tendenziell ja. Die Höhe des Praktikumsgehalts kann sich allerdings von Branche zu Branche stark unterscheiden. Wirtschaftswissenschaftler oder Ingenieure, die schon ein paar Semester vorweisen können, bekommen meistens ein faires Praktikumsgehalt (durchschnittlich zwischen 800 und 1000€ Netto im Monat). Grundsätzlich gilt, je größer der Betrieb, desto Höher ist der Auszahlungsbetrag am Ende des Monats. Kleinere Betriebe bezahlen hingegen meistens um einiges weniger.

Dafür haben Praktikanten in diesen Unternehmen die Chance, sehr viel früher eigenverantwortlich zu arbeiten. Aber Vorsicht: leider ist es immernoch so, dass auch Stellen als „Praktikumsstellen“ ausgeschrieben sind, die in Wirklichkeit die Vollzeitstelle eines erfahrenen Arebitsnehmers ersetzen. Besonders in Betriebszweigen für Geisteswissenschaftler ist diese Praxis auch heutzutage leider noch gang und gäbe.

Generell gilt auch bei Praktika seit einem Jahr der Mindestlohn, also 8,50 pro Stunde, wer sein Studium abgeschlossen hat oder länger als 3 Monate dieses verrichten soll!

Welche Alternativen gibt es?

Wer frühzeitig neben dem Studium die Möglichkeit hat, in einem Betrieb zu arbeiten, der gleichzeitig mit seinem Studiengang vereinbar ist, hat die Goldkarte gezogen. Die Berufserfahrung wird es am Ende des Studiums auf jeden Fall erleichtern, schneller einen festen Arbeitsplatz zu bekommen. Allerdings kann auch in dem speziellen Fall hier und da ein Blick über den Tellerrand, beispielsweise durch ein Praktikum in einem anderen oder gar branchenfernen Betrieb, nicht schaden.

Fazit Generation Praktikum

Ob nun zehn Praktikas sinnvoll sind oder ob eines völlig ausreicht, kann pauschal nicht beantwortet werden. Grundsätzlich ist es aber sinnvoll, in der Findungsphase mindestens ein (manchmal sogar zwei) Praktikas zu machen, die mindestens 3 Monate dauern. Sechs Wochen sind nett, um einen kurzen Überblick zu bekommen, allerdings gibt es während so kurzen Praktikas kaum die Gelegenheit eigenverantwortlich Projekte zu übernehmen, die so entscheidend für die berufliche Ausrichtung sind, das man sie sich nicht entgehen lassen sollte.