Die Deutschen werden immer dicker und dank der gesteigerten Lebenserwartung und schlechter Gewohnheiten nehmen altersbedingte Erkrankungen und sogenannte „Volkskrankheiten“ stetig zu. Die Bevölkerung benötigt professionelle Unterstützung bei der Entwicklung eines gesunden Essverhaltens, um Krankheiten vorzubeugen. Immer mehr Menschen entscheiden sich daher, sich zum Ernährungsberater ausbilden zu lassen.

Die Ernährungsberatung ist ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell und Berufsbild, das gefragter denn je ist. Umso größer ist die Nachfrage nach entsprechenden Ausbildungsgängen. Immer mehr Anbieter nehmen passende Ausbildungsangebote in ihr Studienprogramm auf. So kann man sich beispielsweise auf sgd.de zu einem Fernlehrgang anmelden oder eine Abendschule besuchen.

Die Ausbildung zum Ernährungsberater

Die Ausbildung zum Ernährungsberater kann nicht einheitlich beschrieben werden, denn der Beruf unterliegt keinem gesetzlichen Schutz. Im Prinzip kann sich also auch ohne Ausbildung jeder als Ernährungsberater bezeichnen. Dementsprechend variieren auch die Ausbildungsgänge in den verschiedenen Instituten sehr stark. Fernlehrgänge sind bei der Ausbildung zum Ernährungsberater sehr verbreitet, teilweise werden aber von privaten Instituten auch Seminare und Präsenztermine angeboten. Meist absolvieren die Schüler eine Abschlussprüfung, deren Bestehen mit einem Zertifikat belohnt wird. Dies hat jedoch auf die Tätigkeit als Ernährungsberater keinen Einfluss, da die Berufsausübung nicht von einer bestandenen Prüfung abhängig ist.

Inhalte der Ausbildung

Wer sich als Ernährungsberater ausbilden lassen möchte, erwirbt ein umfangreiches Wissen im Bereich der Ernährung und Gesundheitsprävention. Am Anfang der Ausbildung sollte stets der Erwerb eines gewissen Hintergrundwissens stehen, das nicht nur die Ernährungslehre und die Lebensmittelkunde umfasst, sondern auch die Physiologie des Verdauungstrakts und ernährungsbedingte Erkrankungen.

Im Bereich der Ernährung und Prävention beschäftigen sich die Lernenden mit den Grundlagen der Ernährung für bestimmte Zielgruppen, beispielsweise:

  • Sportler
  • Schwangere
  • stillende Mütter
  • Babys, Kinder und Jugendliche
  • ältere Menschen
  • kranke Menschen
  • Übergewichtige

Zu einer Tätigkeit als Ernährungsberater gehört nicht nur das fachliche Know-how, sondern auch eine gehörige Portion Unternehmergeist, denn noch immer arbeiten die meisten Ernährungsberater selbständig. Deshalb sollte eine gute Ausbildung auch Details zur selbständigen Tätigkeit, beispielsweise steuer- und arbeitsrechtliche Grundlagen, umfassen. Zudem sollten die Schüler erlernen, wie sie ihre Leistungen wirkungsvoll vermarkten können und wie sie ihre Körpersprache zu ihrem Vorteil einsetzen. Mehr über die wichtigsten Inhalte der Ausbildung zum Ernährungsberater können in einem PDF der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nachgelesen werden.

Arbeiten als Ernährungsberater: angestellt oder selbstständig?

Die Ausbildung zum Ernährungsberater wird besonders gerne von Berufstätigen im Gesundheitssektor als berufsbegleitende Zusatzqualifikation genutzt, beispielsweise von Heilpraktikern, Krankenpflegern, Hebammen oder Altenpflegern. Beliebt ist die Weiterbildung auch bei Angehörigen der Wellness- und Fitnessberufe. Quereinsteiger können – ein entsprechendes Interesse vorausgesetzt – ebenfalls Ernährungsberater werden.

Die Selbstständigkeit als Ernährungsberater ermöglicht viele Geschäftsmodelle. Als freie Mitarbeiter können ausgebildete Berater beispielsweise für Fitnessstudios, Altenheime oder Gesundheitsunternehmen arbeiten. Ebenso können sie eine eigene Praxis eröffnen und beispielsweise erkrankte Menschen auf ihrem Weg zur Genesung begleiten, Ernährungspläne für Sportler ausarbeiten oder Adipositas-Patienten zu einer gesunden Gewichtsreduzierung verhelfen. Wer ein etwas größeres Sicherheitsbedürfnis hat, kann sich in großen Betrieben auch fest anstellen lassen. Bedarf für Ernährungsberater gibt es beispielsweise in:

  • Gastronomiebetrieben
  • Wellnesseinrichtungen
  • Fitnessstudios
  • Pflegeeinrichtungen
  • Krankenhäusern
  • Krankenversicherungen
  • Nahrungsmittelindustrie
  • Verbände
  • Kurbetriebe

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