Unter einem Märtyrer versteht man einen Menschen, der um seines Glaubens willen leidet, verfolgt wird oder einen gewaltsamen Tod stirbt. Zum ersten Mal tauchte das Wort Märtyrer im 2. Jahrhundert in einem Bericht vom Martyrium des Polykarp von Smyrna auf. Die genaue Entstehung ist aber ungeklärt.

Sicher hingegen ist, dass im Neuen Testament das Wort martys als Bezeichnung eines Glaubenszeugens gilt. Allerdings werden Menschen die für ihren Glauben sterben im Neuen Testament noch nicht mit den Wort Märtyrer bezeichnet. Es gibt unterschiedliche Annahmen woher der Begriff ursprünglich stammt. Ein Bezug wird häufig zu der Philosophie der Stoa, dabei insbesondere zu dem Philosophen Epiktet hergestellt. Im christlichen Sinn bedeutet dies, dass durch seinen Tod ein Märtyrer zum Jünger Jesu wird und somit im Tod mit Jesu die Vollendung und Auferstehung erwirbt.

Bekannte Märtyrer der Geschichte

Balthasar Hubmaier ist ein bekannter Märtyrer

Balthasar Hubmaier ist ein bekannter Märtyrer

Der erste christliche Märtyrer war Stephanus. Er wurde wegen seines Glaubens gesteinigt. Seine Ermordung galt als Signal zur großen Christenverfolgung in Jerusalem.
Felix Manz gilt als einer der ersten Märtyrer der Täuferbewegung. Ihm wurde am 5. Januar 1527 in der Limmat bei Zürich der Tod durch Ertrinken zu teil. Aber auch Balthasar Hubmaier, Michael Sattler und Jörg Blaurock zählen zu den berühmten Märtyrern.

Der Apostel Andreas

Der Apostel Andreas galt als der erste den Jesus als Jünger zu sich rief, zuvor soll er ein Anhänger von Johannes dem Täufer gewesen sein. Er soll beim Abendmahl in Jerusalem genauso dabei gewesen sein wie bei der Himmelfahrt und an Pfingsten. Möglicherweise bildete er nach Pfingsten mit seinem Bruder Petrus ein Missionspaar. Andreas verkündet der Legende nach nun das Evangelium. Es wird auch von zahlreichen Heilungen, Wundern und Erweckungen berichtet. Auch baute er Kirchen und sorgte für zahlreiche Bekehrungen. In Patras soll der Beginn von Andreas Märtyrergeschichte liegen.

Hier habe er der Überlieferung nach Maximilla, die Frau des Stadthalters geheilt und zum Christentum bekehrt. Es gelang ihm allerdings nicht den Stadthalter selbst zum Christentum zu bekehren. Der Stadthalter ließ daraufhin Andreas geißeln und er wurde zum langsamen und qualvollen Tod an ein X-förmiges Kreuz gebunden. Zwei Tage lang soll Andreas dem Volk noch vom Kreuz aus gepredigt haben, verhüllt von himmlischen Licht. Als der Stadthalter Andreas verhöhnte wurde er mit Wahnsinn geschlagen. Damit gilt auch der Apostel Andreas als ein Glaubensmärtyrer. Seit den 5. Jahrhundert ist er der Patron von Ravenna. Heute gilt der 30. November als Gedenktag des Andreas.

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