Bei dem Begriff Lexikon denkt wohl jeder Mensch zuerst an ein riesiges vielbändiges Nachschlagewerk. Aber es gibt auch ein sogenanntes „Mentales Lexikon“, dass sich in unserem Kopf befindet. Dieses Lexikon meint alle Wörter und ihre Bedeutung, die in unserem Gehirn gespeichert sind.

Lexikon

Bei dem Begriff Lexikon denkt wohl jeder Mensch zuerst an ein riesiges vielbändiges Nachschlagewerk.

Wie funktioniert das Mentale Lexikon?

Das ist leicht an Kleinkindern zu sehen. Sie sehen einen Gegenstand, bekommen seinen Namen gesagt und prägen ihn sich durch Wiederholung in ihrem inneren Lexikon ein. Danach können sie den Zusammenhang zwischen dem Begriff und dem Gegenstand mühelos immer wieder herstellen. Schwieriger wird es, wenn ganze Wortfamilien gespeichert werden müssen, mehrere Synonyme für einen Gegenstand existieren, Fremdsprachen oder fremdsprachige Ausdrücke ins Spiel kommen. Ein erwachsener Mensch hat einen durchschnittlichen Wortschatz von rund 50000 Wörtern und kann etwa 3 Wörter pro Sekunde sprechen und ebenfalls drei Wörter lesen. Dabei ist unser Wortschatz aber nicht statisch, sondern wird immer wieder durch unbekannte Worte, durch Wortneuschöpfungen (Neologismen)und Wortableitungen (Derivationen) verändert.

Wie ändert sich das Mentale Lexikon?

So lange eine Sprache lebt, werden täglich neue Worte gefunden, die die Lücken in unseren Benennungs-Möglichkeiten schließen. Viele sind Modeworte, die irgendwann wieder verschwinden, weil ein besseres Wort gefunden wurde. Bei einigen dieser Neuschöpfungen sprechen die Fachleute vom „Unwort“, weil sie entweder sachlich unrichtig, unangemessen oder sogar verletzend sein können. In Deutschland wird jedes Jahr von einer Jury aus Fachleuten das „Unwort des Jahres “ bestimmt und damit kritisiert. Zu solchen Unwörtern gehörten in den letzten Jahren zum Beispiel „Gutmensch“,“ Humankapital“,“Herdprämie“ und „alternativlos“. Auch für uns selbstverständliche Begriffe aus Fremdsprachen verändern unser Mentales Lexikon.

Viele sind wichtig, um in einer immer näher zusammen rückenden und hochtechnisierten Welt einander besser verstehen zu können. Aber es gibt auch Kritiker, die der Meinung sind, wir würden zu viele Fremdwörter, meistens englische, in unsern Alltag bringen, als nötig wäre. Jeder kennt Anglizismen, die keinen Sinn machen, wie Service-Point als Synonym für Auskunft, Fascility-Manager für den Hausmeister und Sale für den Schlussverkauf. Trotzdem gehören auch Fremdwörter als Bereicherung in unseren Wortschatz und einige werden eines Tages gar nicht mehr als Fremdwörter wahrgenommen.