Für viele noch eine Erinnerung aus Grundschulzeiten: Stapel von Arbeitsblättern, auf denen Aufgaben, Rechnungen oder Lückentexte gelöst werden sollen. Das Konzept der Arbeitsblätter macht aber bei weitem nicht nur in der Grundschule, sondern auch in vielen anderen Bereichen, wo es um Lernen und Wissenserwerb geht, Sinn.

Hinter der Methode der Arbeitsblätter steht das pädagogische Konzept der Wissensfestigung durch immer wieder erneutes Anwenden von Wissen, durch Übung. Früher wurde das auch als „Drill“ bezeichnet, von diesem eher negativ besetzten Wort ist man heute aber glücklicherweise in der Fachsprache abgekommen. Das Konzept allerdings ist so erfolgreich wie eh und je – der beste Beweis dafür ist, dass wir seit der Grundschule alle die Dinge, die wir so durch Arbeitsblätter geübt haben, auch heute noch „im Schlaf“ beherrschen, wie etwa Rechtschreibung oder die Grundrechenarten.

Bei vielen anderen Gelegenheiten, wie etwa beim Abendstudium, lässt sich diese altbewährte Methode der Pädagogik, das intensive Üben durch Arbeitsblätter oder Übungsblätter, ebenfalls erfolgreich einsetzen.

Durch Arbeitsblätter lassen sich die grundlegenden Fertigkeiten, die für ein Wissensgebiet notwendig sind, trainieren, bis sie sicher beherrscht werden, etwa die grammatikalisch korrekte Anwendung von Wörtern oder Satzbausteinen beim Sprachenlernen, aber auch die Rentenrechnung oder bautechnische Berechnungen. Arbeitsblätter muss man sich hier aber oft selbst besorgen, da zu den meisten Unterrichtsmaterialien zwar in der Regel auch ein „Arbeitsbuch“ gehört, dieses aber meist nicht ausreichend Übungsmaterial für wirklich intensives Üben einzelner Wissensteile oder Fertigkeiten enthält. Hier macht es Sinn, sich aus anderen Quellen, etwa von Schulabgängern oder aus dem Fachhandel noch weitere Arbeitsblätter zu besorgen.

Der Gewinn der Methode liegt dabei auf der Hand: Alles was man an Wissen so intensiv geübt und so häufig praktisch angewendet hat, vergisst man auch nicht wieder. Dieses Wissen steht einem ad hoc jederzeit zur Verfügung – wie die Grundrechenarten.

Auch in einem Artikel im Solinger Tageblatt stand zu lesen, dass es beim Wissenserwerb, nicht nur aber vor allem auch im Bereich Sprachenlernen ausschließlich auf praktisch Anwendbares ankommt, das einem jederzeit zur Hand ist. Etwas einmal gehört aber wieder vergessen zu haben, hilft in der Praxis nicht weiter – wirklich sinnvoll ist nur das Wissen, das auch bleibt. Das erfordert aber intensive Übung und wiederholtes Anwenden – und dafür ist die Methode Arbeitsblätter bislang immer noch die beste, die es gibt.