Wirtschaftsunternehmen und staatliche Institutionen müssen permanent Investitionen durchführen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, beziehungsweise um ihren staatlichen Anforderungen gerecht zu werden. In der Regel gibt es mehrere Möglichkeiten um diese Investitionen durchführen zu können. Somit stellt sich für den Investor die Frage, welche Investitionsvariante er wählen soll. In der Wohlfahrtsökonomie hat sich die Kosten-Nutzen-Analyse durchgesetzt. Das Ziel hierbei besteht darin, die Variante zu realisieren, die in der Bewertung das beste Ergebnis erzielt hat. Damit man dieses Verfahren sinnvoll anwenden kann, muss man vorher genau festlegen was man bewertet und wie man es bewertet.

Kosten

Ziel bei der Kosten-Nutzen-Analyse ist es, die anfallenden Kosten genau zu ermitteln. Auch die zukünftigen Kosten müssen betragsmäßig quantifiziert werden. Nur wenn alle anfallenden Kosten bestimmt sind, kann die Kosten-Nutzen-Analyse zu einem aussagefähigen Ergebnis führen. Das Problem bei zukünftig anfallenden Kosten ist, diese auf den Entscheidungszeitpunkt betragsmäßig vorzuziehen. Bei der Kosten-Nutzen-Analyse erfolgt dies dadurch, dass diese Zahlungsbeträge auf den Entscheidungszeitpunkt diskontiert werden. Hierbei wird ein bestimmter Zinssatz zugrunde gelegt um den heutigen Barwert zu ermitteln. Problematisch ist die Zinsfestsetzung, denn man kennt das zukünftige Zinsniveau nicht.

Nutzen

Bei der Kosten-Nutzen-Analyse muss man hinterfragen, inwiefern man ideellen Nutzen in einem Wert ausdrücken kann. Ist Freude in einer Zahl auszudrücken?

Bei der Kosten-Nutzen-Analyse muss man hinterfragen, inwiefern man ideellen Nutzen in einem Wert ausdrücken kann. Ist Freude zum Beispiel in einer Zahl auszudrücken?

Der zweite Punkt bei der Kosten-Nutzen-Analyse ist die Ermittlung des Nutzens. Der Nutzen ist also der Vorteil, den die Investition bringt. Der Nutzen muss demnach ebenfalls quantifiziert werden. Hierbei liegt das eigentliche Problem bei diesem Verfahren. Der Nutzen tritt erst nach der Investition auf, es ist als ebenfalls ein Zukunftswert. Hier ist ebenfalls eine Diskontierung auf den Entscheidungszeitpunkt notwendig. Dabei ergibt sich wieder der Aspekt der Zinsfestsetzung. Wichtig ist, dass für die Diskontierung der Kosten und die Diskontierung des Nutzens der gleiche Diskontierungszinssatz zugrunde gelegt wird, denn sonst würde das Ergebnis verzerrt werden. Bei dem Nutzen gibt es ein zweiter Problempunkt. Nutzen muss nicht immer in Geld messbar sein, es gibt auch einen ideellen Nutzen. Diese können beispielsweise darin bestehen, dass sich ein Image bildet oder verbessert. Derartige Nutzen können nicht direkt in Geldwerten quantifiziert werden. Sie wirken sich jedoch langfristig positiv auf den Ertrag aus. Wirtschaftsunternehmen versuchen diesen Vorteil durch einen Faktor zu bestimmen, der versucht den geldwerten Vorteil zu bestimmen. Es ist jedoch äußerst ungenau und mit gewissen Fehlern behaftet. Diese Problematik ergibt sich insbesondere bei der Nutzenfestsetzung von staatlichen Investitionen. Vielfach besteht der Nutzen einer Investition darin, dass der Staat oder die Kommunen ihren öffentlichen Auftrag erfüllen. Der Bau eines Lärmschutzes beispielsweise hat keinen direkten materiellen Nutzen. Er kommt den Bürgern zu Gute, die von dem Lärm unmittelbar betroffen sind.

Beurteilung der Kosten-Nutzen-Analyse

Der Investor wird diejenige Maßnahme durchführen, die den höchsten Wert der Kosten-Nutzenanalyse ausweist.