Das Scoring Modell ist ein Punktebewertungsverfahren für verschiedene Handlungsalternativen in einem multidimensionalen Zielsystem. Eine andere Bezeichnung für das Scoring Modell ist die Nutzwertanalyse. Mittels des Punktebewertungsverfahrens soll der Nutzen einer Alternative dargestellt werden. In diesem Modell können nicht vergleichbare Alternativen einer einheitlichen Bewertung unterworfen werden. Dafür werden Bewertungskriterien ausgewählt, welche in allen Alternativen vorkommen.

Wo findet das Scoring Modell Anwendung?

Vor impulsiven Fehlentscheidungen schützen, kann das Scoring-Modell: Vorraussetzung ist eine gewisse zeitliche Investition.

Vor impulsiven Fehlentscheidungen schützen kann das Scoring-Modell: Vorraussetzung ist eine gewisse zeitliche Investition.

Das Scoring Modell findet überall dort Anwendung, wo der Nutzen der Alternativen u. a. von Handlungen, Prozessen, personellen Entscheidungen oder Produkten bewertet werden muss, wenn nicht nur harte Kriterien (monetäre Kriterien) sondern auch weiche, nichtmonetäre Kriterien vorliegen. Je nach Entscheidungsprozess sind unterschiedliche Kriterien relevant. Der Entscheidungsträger favorisiert nach diesem Bewertungssystem dann bestimmte Alternativen, die ihm am meisten nützen.

Beispiel

Es soll eine Personalentscheidung getroffen werden. Folgende Kriterien spielen hier z. B. eine Rolle:

  • Fachkenntnisse
  • Berufserfahrung
  • Mobilität
  • Flexibilität
  • Bereitschaft zur Weiterbildung
  • Beziehungsnetzwerke
  • Sympathie
  • Zeugnisse
  • u. v. m.

Jedem dieser Kriterien wird ein Erfüllungsgrad von 1 – 10 und ein Gewichtungsfaktor zugeordnet. Mit dem Gewichtungsfaktor erfolgt die Festlegung, mit welchem Gewicht dieses oder jenes Kriterium in die Bewertung eingehen soll. Durch die Multiplikation des Erfüllungsgrades mit dem Gewichtungsfaktor wird als Ergebnis die Wertigkeit des jeweiligen Kriteriums bestimmt. Die Summe aller Ergebnisse (Wertigkeiten) ergibt den Nutzwert dieses Bewerbers für das Unternehmen in Punkten. Wer also die meisten Punkte erreicht, wird bevorzugt eingestellt.
Aber auch Entscheidungen hinsichtlich der Alternativen von Produkten, von Herstellungsprozessen, von Marketinginstrumenten, von Geschäftspartnern oder auch von Kunden werden mittels des Scoring Modells getroffen. Für jeden dieser Entscheidungsprozesse müssen natürlich auch wieder die entsprechenden Bewertungskriterien subjektiv ermittelt werden, damit die Entscheidungstheorie optimale Anwendung findet.

Stellung des Scoring Modells im Geflecht der Theorien und Berechnungsmethoden

Das Scoring Modell ist eine Methode der Entscheidungstheorie. Die Entscheidungstheorie gehört zur Wahrscheinlichkeitstheorie und bestimmt hier die Konsequenzen von Entscheidungen.
Zur Entscheidungsunterstützung für bestimmte Alternativen hinsichtlich der Wohlfahrtsökonomie muss auch eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt werden. Mittels einer Kosten-Nutzen-Analyse wird bestimmt, ob der Einsatz der Kosten durch den Nutzen gerechtfertigt ist. Ist der Nutzen, der nicht nur monetär erfasst wird, größer als der Kostenaufwand, dann sollte das Projekt gestartet werden. Da in diese Berechnung auch weiche nichtmonetäre Kriterien mit einfließen, stellt das Scoring Modell auch für die Kosten-Nutzen-Analyse eine wichtige Stütze dar.
Keine Rolle spielt das Scoring Modell bei der Kostenvergleichsrechnung.
Mit der Kostenvergleichsrechnung werden Investitionsalternativen für bestimmte Projekte berechnet. Diese ist jedoch nur für wenige Fälle geeignet, weil hier vorausgesetzt werden muss, dass die Erträge für alle Alternativen gleich sind.

Fazit

Das Scoring Modell hat den Vorteil, dass es sehr gut Präferenzen für bestimmte Alternativen setzen kann.
Nachteilig ist die subjektive Bestimmung und Bewertung der Kriterien.