Bevor in einem Unternehmen eine Betriebsinvestition in Form einer neuen Anschaffung getätigt wird, wird der Controller eine Kostenvergleichsrechnung durchführen. Die Kostenvergleichsrechnung ist ein Instrument des Managements, welches zu den einfacheren statischen Investitionsrechnungen zählt, ermittelt wird hierbei der Vorteil gegenüber der Unterlassung der Investition, sofern die Rationalisierung oder der Ersatz einer Investition geplant ist. Nicht aussagekräftig genug ist die Kostenvergleichsrechnung bei geplanter Erweiterung oder neu Errichtung einer Investition. Bei der Kostenvergleichsrechnung werden die Kosten verschiedener Investitionsobjekte miteinander verglichen, um die kostengünstigste herauszufiltern. Sobald die Kostenrechnung durchgeführt worden ist, wird die Investition mit den geringsten Kosten gewählt.

Welche Kosten werden hierbei berücksichtigt?

Die Kostenvergleichanalyse hilft bei Entscheidungen über Investitionen.

Die Kostenvergleichanalyse hilft bei Entscheidungen über Investitionen.

Berücksichtigt werden müssen sämtliche Betriebskosten wie zum Beispiel Material-, Personal-, Instandhaltungs- sowie Raumkosten. Auch Steuern und Versicherungen müssen in die Kostenvergleichsrechnung mit einbezogen werden genau so als auch Kapitalkosten wie zum Beispiel Zinsaufwendungen. Die Kostenvergleichsrechnung berücksichtigt nur monetäre Werte: Ideelle Werte finden bei ihr in Abgrenzung zur Nutzwertanalyse als Entscheidungstheorie keine Berücksichtigung.

Die langfristige Bindung der meisten Investitionen ruft eine genaue Analyse auf den Plan. Zu Bedenken gilt, dass die anfallenden Kosten, zu welchen meistens die Gesamtkosten der Investition gehören, auch einen langfristigen Charakter aufweisen. Die Kosten sollten daher innerhalb der Investitionsperiode als Gesamtkosten oder als Durchschnittswert herangezogen werden.

Zwei verschiedene Methoden finden hierbei Beachtung:

  • Gesamtkosten sind die insgesamt zu erwarteten Kosten innerhalb einer Zeitperiode. Die Gesamtkostenvergleichsrechnung kann nur bei gleicher Beschäftigung der Investitionsobjekte angewendet werden.
  • Stückkosten sind die insgesamt zu erwarteten Kosten pro Stück oder Einheit. Die Stückkostenvergleichsrechnung wird angewendet, wenn eine unterschiedliche Beschäftigung der Güter vorliegt.

Wird ein altes Investitionsobjekt durch ein neues ersetzt, so kann mit der Kostenvergleichsrechnung der Zeitpunkt ermittelt, an dem das Investitionsgut erneuert werden sollte. Die Methode wird auch Ersatzproblem genannt, hierbei wird die Kostenentwicklung beobachtet. Die Kostenentwicklung der neuen Investition sollte erheblich kostengünstiger ausfallen gegenüber der alten Investition. Eine neue Investition wird hier dann getätigt, wenn die Anschaffungs- und Betriebskosten bei der neuen Investition deutlich geringer sind als die der alten Investition.

Die Kostenvergleichsrechnung kann nicht Grundlage sein, um klare wirtschaftliche Aussagen zu treffen, die einfache Investitionsrechnung dient lediglich dazu, sich für eine Investition zu entscheiden. Die Wirtschaftlichkeit muss beispielsweise mit einer Gewinnvergleichsrechnung ermittelt werden. Die Vergleichsrechnung trifft nur eine Aussage über die niedrigsten Kosten und das dadurch anzuschaffende Investitionsgut und den Zeitpunkt, nicht beachtet werden die damit erzielten Erlöse. Um eine Rentabilitätsaussage zu treffen, ist eine Gewinnvergleichsrechnung unabdingbar.