Die Interferenz ist ein Begriff aus der Physik, wobei das Wort selbst auch in anderen Bereichen eine Anwendung findet, um bestimmte Zusammenhänge zu verdeutlichen. Die Interferenz in der Physik beschreibt Überlagerungen von Wellen nach dem Prinzip der Superposition. Eine Interferenz bezieht sich auf jede Art von Welle, sei es aus Schall, Licht oder Materie.

Konstruktive und destruktive Interferenz

Bei der Überlagerung von zwei oder mehr Wellen kann es zur destruktiven Interferenz kommen. Das bedeutet, dass sich die Wellen durch die Überlagerung gegenseitig auslöschen. Im Gegensatz dazu verstärken sich die Wellen bei der konstruktiven Interferenz. In physikalischen Experimenten dient die Messung der Inter-Ferenz zum Nachweis der Wellennatur einer Strahlung.

Interferenzen treten in allen Bereichen der Physik auf, die sich mit Strahlung in der einen oder anderen Form beschäftigen. Dies ist keineswegs nur auf Schall- und Lichtwellen beschränkt. So unterliegen zum Beispiel auch die Wellen des Wassers Interferenzen. Gerade sichtbare Materie wie Flüssigkeiten können sehr gut zur Demonstration von Inter-Ferenzen genutzt werden. Werden zum Beispiel in ein ruhiges Gewässer gleichzeitig zwei Steine geworfen, so entstehen zwei Wellenmuster, die sich beim Zusammentreffen teilweise auslöschen und teilweise verstärken. Eine destruktive und eine konstruktive Inter-Ferenz entsteht. Diese hält so lange an, bis die kinetische Energie der Steine sowie des Wassers aufgebraucht ist.

Anwendung von Interferenzmessungen

Wirft man einen Stein ins Wasser entsteht eine Interferenz

Wirft man einen Stein ins Wasser entsteht eine Interferenz

Die Effekte einer Inter-Ferenz werden in verschiedenen Prozessen genutzt, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen oder eine Messung vorzunehmen. Dabei werden immer Referenzwerte herangezogen, mit denen die aktuelle Messung abgeglichen wird. So wird die Inter-Ferenz bei der Stimmung von Musikinstrumenten genutzt. Sogenannte stehende akustische Wellen werden dabei überlagert und mit einem Referenzton verglichen. Erst wenn der Ton des Musikinstrumentes mit dem Referenzton übereinstimmt, besitzt das Musikinstrument die richtige Tonlage.

Lichtquellen werden auf ihre Kohärenz hin gemessen. Bei der Messung von Lichtquellen muss eine zeitlich stabile Abstrahlung erfolgen, deren Grundlage eine feste Phasenbeziehung ist. Beide Phasen sind kohärent. Die sich daraus ergebende Strahlung wird in der Interferenz gemessen und eingestellt. Im weiteren findet die Inter-Ferenz in der Messtechnik in Form von Interferometern ihre Anwendung. Auch hier wird die Phasenverschiebung genutzt, um bestimmte Längen festzustellen. In der Messung von optischen Geräten wird über die Beugung von Wellen im optischen Gerät eine Inter-Ferenz aufgebaut, die Auskunft über die Auflösung des Gerätes gibt. Weitere Begriffe aus diesem Bereich sind Interferenzfarben und Weißlichtinterferenzen.