Für den Einstieg in komplexe Thematiken bedient man sich gerne bei Handbüchern. Oft handelt es sich hierbei um weite, überblickshafte Darstellungen, die versuchen alle Aspekte eines Themas anzuschneiden oder zumindest einmal erwähnt zu haben. Anders verhält es sich aber mit Monographien. Die Monographie („Einzelschrift“, aus dem Griechischen) behandelt einen einzelnen Gegenstand und zwar in einer detaillierteren Art und Weise, womit ein möglichst erschöpfender Blick auf die zugrundegelegte These erreicht werden soll. Die Monographie behandelt so ein Einzelproblem, eine singuläre Fragestellung oder ein klar abgestecktes Teilfeld eines Gegenstandes. Häufigster Einsatzort von Monographien ist in der Wissenschaft. Da sich die Forschung bezüglich eines bestimmten Gegenstands eine immer detailliertere Sichtweise wünscht, ist es an der Monographie, tiefer in die Materie einzudringen. Häufigste Einzelschrift stellt wohl die Biografie dar. Ihr Gegenstand – eine Person oder eine Episode aus dem Leben einer (historischen) Persönlichkeit – eignet sich hervorragend, um erschöpfend und monographisch zu arbeiten. Aber auch Werke aus anderen Fachbereichen können sich in diesem Genre bestens profilieren:
<ul>
<li>Geschichte</li>
<li>Medizin</li>
<li>Biologie</li>
<li>Kunst und Kultur</li>
<li>Wirtschaft </li>
</ul>
Die tatsächliche Definition der Monographie wird jedoch unterschiedlich ausgelegt. So ist es zudem möglich, dass eine Monographie von mehreren Autoren verfasst wurde. Hierbei muss der geschriebene Text eine Einheit ergeben und sich nicht durch einzelne, von den Autoren autark abgehandelte Kapitel in Einzelarbeiten aufgliedern. Letzteres wäre dann nämlich eher als Handbuch oder Sammelband einzustufen. Die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (Komparatistik) hingegen, sieht in einer Monographie lediglich ein einbändiges Werk, das den Text eines Autors enthält. Mehrbändige Bücher, Essays- und Essaysammlungen sowie die bereits erwähnten Sammelbände und Handbücher werden bei dieser rein formalen Einstufung folglich ausgeklammert.
Die Monographie unterscheidet sich zudem in ihrem Adressaten von Überblickswerken und allgemein gehaltenen Einführungen. Während Handbücher vor allem den Lernenden (Studenten, Schüler) ansprechen wollen, zielt die Einzelschrift eher auf den „fortgeschrittenen“ Leser ab, also Forschungskollegen und Spezialisten. Selbstverständlich sind die Grenzen fließend, wie es auch bei jeder Kategorisierung von Wissenschaft und Literatur der Fall ist.