Der Mathematiker und Philosoph Christian Wolff gilt mit seinem lateinisch verfassten Werk „Philosophia rationalis, sive logica“ als Begründer der Weltanschauung der Teleologie. er lebte zeitlich zwischen Kant und Leibniz. Er gilt mit als einer der maßgeblichen Philosophen in der Zeit der Aufklärung. Er lehrte in der Mitte des 18. Jahrhunderts an der Universität in Halle. Daneben betätigte sich Christian Wolff auch noch als Jurist.

Wie sein französischer Zeitgenosse René Descartes war er auch Mathematiker. Ob darauf eine vorherbestimmte Affinität Christian Wolffs für die Philosophie abgelesen werden kann, sei eher dahingestellt. Eher spricht es für die universale Gelehrtheit und den Anspruch der Gelehrten, einen Gesamtüberblick über das verfügbare Wissen zu haben. Dahinter steckte natürlich auch das Interesse Kausalzusammenhänge herstellen zu können.

Die Teleologie des Christian Wolff

Solch transzendente und immanente Kausalzusammenhänge finden sich in der Teleologie des Christian Wolff. Die Aufklärer suchten im Zeitalter des Absolutismus nach neuen Wegen auf philosophischer Bahn, eine neue Weltanschauung zu installieren, die vom Wesen dem dogmatischen System der Theologie widersprach. Der teleologische Ansatz eines Christian Wolff fragt auf der Grundlage von Zweck, Sinn, Ziel und Ende menschlichen Daseins nach der metaphysischen Ebene. Dabei speist sich seine Teleologie aus den Gedankengebäuden eines Thomas von Aquin, René Descartes, Gottfried Wilhelm Leibniz und Francisco Suarez. Trotz der Begründung einer neuen weltanschaulichen Richtung darf es dem Philosophen Christian Wolff zugeschrieben werden, dass er Vernunft und Offenbarung (biblische Tradition) als eine sich bedingende Ergänzung ansah. Der Philosophie Christian Wolffs wurde gerade in adligen Kreisen und in weiten Bereichen des Protestantismus eine große Anhängerschaft zu teil.

Christian Wolff

Zugrunde liegt der Teleologie des Christian Wolffs die Annahme einer Zweckursache.

„Alles hat einen Zweck!“

Zugrunde liegt der Teleologie des Christian Wolffs die Annahme einer Zweckursache. Alles muss als am Anfang aufgrund eines Zweckes entstanden sein. Am Anfang war also nicht Gott, sondern der Zweck. Wofür ist also der Mensch da? Darauf wollte die Teleologie Christian Wolffs neue und schlüssige Antworten finden mithilfe der Philosophie. Das dieses philosophische Modell irgendwann hinken würde, war abzusehen. Denn jedes Modell ist nur ein Modell und versagt vor dem Numinosen. Das Numinose ist unaussprechbar, aber erfahrbar, aber dennoch nicht in seiner Absolutheit bis ins Kleinste erklärbar. Diese Annahme zeigt schon die Grenzen der sowohl der Teleologie als auch der Theologie auf. Die transzendente Teleologie nennt den Zweck auf der metaphysischen Ebene den Logos, das Wort. Das Wort bzw. der bloße Gedanke rief alles ins Sein. Das ist dem Theologischsten aller Evangelien, dem Johannesevangelium und den Johannesbriefen im Neuen Testament nicht fremd. Wenn es also diesen Zweck im außerweltlichen gibt, der alles ins Sein ruft, dann gibt es auch den im Menschen selbst begründeten Zweck (immanente Teleologie). Die divergiert aber wiederum nach Mensch zu Mensch. „Cogito ergo sum“, wird wohl zur fassbarsten Größe dieses philosophischen Denkens. „Denk ich, also bin ich“ wird als teleologischer Ansatz im Beweis der modernen Wissenschaft von einem sogenannten „Gottespartikel“ im menschlichen Körper wieder aufgenommen.