Teleologie stammt von griech. telos (Ende, Ziel, Zweck) und logos (Lehre) und erklärt die Struktur und Entwicklung der Wirklichkeit final, d.h. auf ein Ziel ausgerichtet. Dies steht im Gegensatz zu kausalen Ansätzen, die die Wirklichkeit durch eine Ursache begründet erklären.

Der Begriff Teleologie wurde erstmals 1728 von dem Philosophen Christian Wolff geprägt, der damit seine Theorie von der durchgängigen, geistig, ideell und letztlich göttlich bedingten Zweckbestimmung aller Bewegungen und Entwicklung in der Welt bezeichnete.

Aristoteles

Bereits Aristoteles bediente sich einer teleologischen Erklärung auf die Frage nach dem „Wozu?“.

Die immanente teleologische Erklärung von Naturprozessen

Bereits Aristoteles bediente sich einer teleologischen Erklärung auf die Frage nach dem „Wozu?“, die sich ihm bei der Beobachtung von Naturprozessen und deren Zuständen und Ergebnissen stellte. Der Mensch und die Natur entwickelten sich nach Aristoteles nicht ziellos, sondern planvoll, gemäß einer höheren Ordnung und somit sinn- und zweckmäßig. Dies leitete er aus der Beobachtung von regelmäßig auftretenden Zuständen ab, indem er schloss, dass diese nicht vom Zufall hervorgerufen sein können, sondern, dass die Wiederholungen durch eine ihnen innewohnende Zweckbestimmung und eine grundlegende Zweckmäßigkeit der Natur hervorgerufen sein müssen.

Der transzendente teleologische Gottesbeweis

Im Gegensatz zu den immanenten teleologischen Ansätzen der Antike, die die den Zweck in den Dingen selbst sehen, entwickelte sich im Mittelalter die transzendente Teleologie, die von der Zweckmäßigkeit in der Ordnung der Welt auf eine, den Zweck und die Zweckmäßigkeit setzende, höhere, vernünftige und sittliche Macht schließt. Der zur Erklärung von Einzelphänomen und wiederkehrenden Naturprozessen geeignete Ansatz von Aristoteles wurde zu einer universellen Erklärung einer allumfassenden Ordnung und somit zum Beweis eines allmächtigen Schöpfers ausgeweitet. Dieser teleologische Ansatz hatte sich bald als Gottesbeweis in der zeitgenössischen Weltanschauung der Theologie durchgesetzt.

Teleologie als Methode zur moralischen Begründung menschlichen Handelns

Die grundlegende Frage der Ethik ist, ob eine Handlung als moralisch richtig oder falsch bewertet werden kann. Im Gegensatz zu deontologischen Ethiktypen, die nach dem moralisch notwendigen einer Handlung fragen und nach den Regeln, die der moralischen Bewertung einer Handlung zugrunde liegen, zielt die teleologische Ethik auf das letzte Ziel menschlichen Handelns, also die Folgen einer Tat, als außermoralisch höchstes Gut ab. Jenseits der Regeln, die im Vorfeld einer Tat bestehen ist die Realisierung dieses höchsten Gutes als Folge der Handlung das einzige Kriterium der Bewertung der sittlichen Richtigkeit einer Handlung.