Die Weltanschauung ist religiös oder philosophisch begründet. Sie drückt sich in weltanschaulich geprägten Gemeinschaften aus, die ihre Weltanschauung zur Deutung der Welt heranziehen. Es gibt grundsätzlich so viele Weltanschauungen, wie es Menschen gibt. Denn das Durchsetzen weltanschaulicher Axiome und Prämissen ist nicht in jeder weltanschaulich in einer Dogmatik festgehalten. So kommt der Buddhismus völlig ohne ein solches dogmatisches Lehrgebäude aus. Während der Islam, das Christentum und das Judentum eine dogmatische Vorgabe haben: Lehrsätze, an die der Gläubige sich zu halten hat. Sie sind zu internalisieren und haben zur Voraussetzung, dass sie gelebt werden.

buddha

Die Weltanschauung ist religiös oder philosophisch begründet.

Weltanschauliche Wendezeiten

Veränderungen in der Interpretation der Weltsicht haben sich weltanschaulich meist dann ergeben, wenn auch die äußeren Umstände dazu Anlass gaben. An zwei Beispielen der Weltanschauung kann dies sehr plastisch erfahren werden: Als Gautama Siddhartha seine Welt des wohlbehüteten Palastes verließ, weil niemand ihm das Leid, Sterben und den Tod in seiner Welt der Reichen und Schönen erklären konnte, da nahm er sein Schicksal selbst in die Hand. Er wurde zu einem „Buddha“, einem Erleuchteten, der seine Einsichten und Erkenntnisse an seine Schüler weitergab. Daraus entstand dann später die Weltanschauung des Buddhismus, in seinen vielfältigen Ausformungen. Das zweite Beispiel zeigt eine ganz andere Entwicklung: Als Rom auf der Höhe seiner absoluten Macht war, entwickelte sich in der Provinz der Anfang eines weltumfassenden Umsturzes, der sogar einen Neubeginn der Zeitrechnung verursachte. Der absoluten Gewalt wurde ein Reich von Barmherzigkeit und Liebe in Worten und Taten durch die Lehre des Jesus von Nazareth gegenüber gestellt. Aufgrund der Unterdrückung und Versklavung vieler Völker waren die Menschen für die Ideen neuer Weltanschauungen empfänglich, die Kaiser Tiberius klar erkannte: „Es ist die Idee der Freiheit, die diese Religion des Nazoräers“ so anziehend und gefährlich macht!“

Im Zeitalter des Wassermanns

Der moderne Mensch fragt teleologisch, das heißt, er will Ziel, Zweck und Ende kennen. Diese Teleologie, die der moderne Mensch in der zeitgenössischen Theologie aufwirft, muss beantwortet werden. Denn dort wo keine schlüssigen Antworten dazugegeben werden, baut sich der Mensch seine eigene Weltanschauung. Die werden dann Sekten genannt und alleine in Oberbayern sind die Sekten von vor 10 Jahren sprunghaft von 150 auf über 1000 angestiegen. Als Begründer des teleologischen Fragens gilt der deutsche Philosoph Christian Wolff, der im 18. Jahrhundert lebte. Die Moderne kennt den Übergang aus dem Fischzeitalter in das Zeitalter des Wassermanns. Eine neue Weltanschauung entsteht. Es bezeichnet eine spirituell, vor allem esoterisch initiierte Zeitenwende, in der es um eine neue Ausrichtung der Gesellschaft mit hoher Humanität geht. Das Zeitalter des Wassermanns endete am 21.12.2012. Reiner Zufall, dass da auch der „Mayakalender“ endete?