Wer war Amerigo Vespucci und weshalb ist er so bekannt? Als Sohn eines Kaufmannes, wurde er 1451 geboren. Er wurde bekannt, weil er über den Atlantik fuhr und als erster von „einer neuen Welt“ sprach. Zu Ehren Amerigo Vespuccis, wurde sie von einem deutschen Kartographen „America“ getauft.

Ein einfaches Leben

Vespucci war der Buchhalter, in der Bank, der Familie Medici, welche die mächtigste Familie in Florenz war. In seiner Freizeit jedoch studierte er Seekarten, brütete über Zahlenkolonnen des Astronomen Regiomontanus und schmökerte er in den Reiseberichten des großen Marco Polo. Piero de‘ Medici, Vespucci’s Chef, schickte ihn 1491 nach Sevilla, um in der dortigen Filiale für Ordnung zu sorgen. Von dem spanischen Binnenhafen am Quadalquivir, wo Gewürz- und Textilhändler anlegten, wehte ein bisschen Flair der weiten Welt, bis in das Kontor, in dem Amerigo Vespucci Warenballen zählte.

Der Anfang

Amerigo Vespucci’s großes Abenteuer kam erst auf ihn zu, als er an den Schläfen schon begann, grau zu werden. Dass sich im Alter von fast fünfzig Jahren für Amerigo Vespucci das Tor zur Welt öffnete, verdankt er vermutlich den Rivialitäten und Intrigen, welche zwischen den spanischen Konquiratoren ausgebrochen sind. Dort wurde er Kompanion in einer Gesellschaft, welche Seereisen ausstattete.

Die erste Reise

1499 bekam Alonso de Ojeda, ein Konkurrent von Christoph Kolumbus, den Auftrag einer Expedition von dem Bischof. Ein Affront gegen Christoph Kolumbus, den auch der Bischof noch nie leiden konnte.
Ojeda zeigte seiner Mannschaft eine Kopie der Karte, die Kolumbus an den Hof geschickt hatte. Amerigo Vespucci, der für de Ojeda Schiffe und Ausrüstungen beschaffte, brach 1499 zusammen mit der Mannschaft auf, welche offensichtlich den Auftrag hatte, Christoph Kolumbus die vertraglich zugesicherten Privilegien streitig zu machen.

Die Schiffe fuhren getrennte Routen, wollten sich jedoch in Santo Domingo auf der Insel Hispaniola treffen. Als er an der Nordküste Südamerikas landete, glaubt er in Asien zu sein und beschreibt die Einwohner so: „Die viehischste und wildeste Gattung von Mensch, die man jemals finden kann. Sie schauten von Angesichte und Gebärden grässlich aus und hatten allesamt die Backen inwendig voll von einem grünen Kraute, sodass sie beständig, wie das Vieh kauten, sodass sie kein Wort herrausbrachten.“ Amerigo Vespucci nahm Kurs auf Hispaniola. Christoph Kolumbus, der dort als Gouveneur residierte, tobte als er von der Konkurrenzflotte erfuhr. Nach einem heftigen Streit jedoch, segelten de Ojeda und Vespucci wieder heim.

Die Erkenntnis

Amerigo Vespucci reist von 1501-1502 noch einmal, diesmal jedoch unter portugiesischer Flagge mit Gonçalo Coelho, nach Amerika. Entlang der Küste Südamerikas segelnd, entdeckt Vespucci am 15.01.1502 einen Fluss, welchen er „Fluss des Januars“ taufte. „Wenn in der Welt ein irdisches Paradies zu finden ist“, notiert er,“ dann muss es ohne Zweifel nicht von dieser Gegend sein.“ Andernorts fand er Pfahlbauten der Ureinwohner und nannte diesen Ort Venezuela z.Dt. Klein-Venedig.

Nach einenen Angaben stieß Amerigo Vespucci im Süden bis nach Patagonien. Und zu einer kahlen Insel, die das heutige Südgeorgien sein könnte. Nach Lissabon zurück fuhren sie über Afrika.
Die lange Küste, an der er vorbeigesegelt ist stand für Vespucci fest, konnte unmöglich Asien sein.

Die Entdeckung Amerikas ungeklärt

Aus anderen Quellen sind diese beiden Reisen Vespuccis belegt, jedoch berichten Amerigo Vespucci’s zugeschriebene Briefe von weiteren Fahrten, davor und danach. 1497 soll er bereits amerikanisches Festland betreten haben, demzufolge vor Christoph Kolumbus, welcher erst 1502, auf seiner vierten Reise, an Land kam. Demnach wäre Vespucci der Entdecker Amerikas.

Piloto Mayor

Die Spanier werbten Amerigo Vespucci noch einmal ab, denn er sollte als Piloto Mayor ein neu eingerichtetes Amt für Entdeckungen leiten. Dieses Amt stellte Karten her, rein aus der Beobachtung der Seefahrer.

In Sevilla lebte Amerigo Vespucci bis zum 22.02.1512, seinem Tod.