Das Adjektiv (anders bezeichnet auch Eigenschaftswort, Wiewort) ist eine Wortart, die in der Sprachwissenschaft benutzt wird um die Beschaffenheit oder Beziehung zu einer abstrakten Sache, eines konkreten Dinges oder eines Vorganges zu beschreiben.

Adjektive bilden die emotionale Ebene eines Satzes. Ein Beispiel:

  • Es ist ein Auto: Dieser Satz stellt klar und emotionslos dar, dass es sich bei einer Sache um ein Auto handelt.
  • Es ist ein schönes Auto: In diesem Satz steckt eine Emotion. Der Satzschreiber stellt damit klar, dass er die Sache (das Auto) registriert hat und dieses schön findet.

Das Adjektiv ist dementsprechend gleichbedeutend wie ein Gesichtsausdruck während eines persönlichen Gesprächs oder Lautstärke und Tonfall.

Orthografie

Das Adjektiv bildet die emotionale Ebene eines Satzes in der deutschen Sprache.

Das Adjektiv bildet die emotionale Ebene eines Satzes in der deutschen Sprache.

Adjektive werden im Gegensatz zu Nomen kleingeschrieben. Einzige Ausnahmen dieser Regel betreffend substantivierte Adjektive (im Trüben fischen), sowie Bestandteile von Eigennamen (die Alte Post), Titel (Königliche Hoheit) und einige wenige sonstige Sprachwendungen. Sie können nach Genus, Kasus und Numerus flektiert werden und haben kein festes Genus. Außerdem sind sie als einzige Wortart steigerungsfähig. Sie besitzen ein Positiv (lang), ein Komparativ (länger) und ein Superlativ (am längsten). Das ist auch mit substantivierten Adjektiven. Ausnahmen sind physikalische Unmöglichkeiten (tod, töter am tötesten). Diese sind zwar theoretisch grammatikalisch zugelassen, ergeben durch ihre Endgültigkeit schlichtweg keinen Sinn.

Stellung im deutschen Wortschatz

Ungefähr ein Sechstel des gesamten deutschen Wortschatzes besteht aus Adjektiven. Viele davon leiten sich aus Substantiven, Verben, Präpositionen (inner, ober, unter, vorder), Präfixen (be-, ge-, un-) ab. Tatsächlich gibt es nur ungefähr 250 – 260 reine Adjektive im deutschen Wortschatz.

Komposita

Eine weitere Eigenschaft, die sich im Zusammenhang mit Nomen ergibt, sind die Komposita.

Spezifizierende Komposita

Sie grenzen die Grundbedeutung ein. Das Wort „grasgrün“ spezifiziert das Grundwort „grün“ und stammt von Grün wie gras.

Intensivierende Komposita

Für Außenstehende schwer zu interpretieren sind die Ausnahmen der spezifizierenden Komposita, die nicht auf eine Eingrenzung, sondern auf eine Intensivierung des Wortes hinarbeiten. „mordslustig“ beispielsweise kommt nicht von „lustig wie ein Mord“, sondern bedeutet sehr lustig, extrem lustig. Dazu gehören zahllose idiomatische Intensivierungen (blutjung, kreuzfidel, vogelfrei, stockbesoffen, fuchsteufelswild)

Wandelbare Komposita

Die Doppeldeutigkeit dieser Art von Adjektiv ermöglicht eine weitere Spezifizierung der deutschen Sprache. Das Wort „steinreich“ kann auf eine Gegend bezogen sein, die Reich an Steinen ist oder aber auf einen Menschen der sehr viel Geld besitzt. Um das zu vereinfachen, kann eine prädikative Stellung eingesetzt werden, um zu analysieren, welcher Fall vorliegt (die Alpwiese ist steinreich, der Mensch ist steinreich). Es geht dabei um die Betonung.