Am 25. Oktober 1929, am „Schwarzen Freitag“, brach die New Yorker Börse zusammen, was die Weltwirtschaftskrise einläutete. Unzählige Kredite, die für Aktienkäufe aufgenommen worden waren, stürzten nun zahlreiche Banken ins Verderben. Und da die USA stark im internationalen Finanzmarkt involviert waren, gerieten nicht nur sie in eine Spirale aus Preisverfall und Geldknappheit: Ihre Handelspartner waren ebenfalls betroffen, und die auf die US-amerikanischen Kredite angewiesene Weimarer Republik stand plötzlich am Abgrund.

Die Weltwirtschaftskrise in der Weimarer Republik

Die Weimarer Republik hatte von Anfang an mit Problemen zu kämpfen: Während die einen sich die Monarchie zurückwünschten, wollten andere den Kommunismus verwirklichen und wieder andere den als Schmach empfundenen Versailler Vertrag am liebsten gewaltsam revidieren. Die gemäßigte Mitte der jungen Republik hatte immer einen schweren Stand, und die Weltwirtschaftskrise versetzte ihr den Todesstoß. Die Reparaturzahlungen nach dem Ersten Weltkrieg waren für Deutschland eine starke Belastung, und dass nun plötzlich sowohl die Produktion im Staat wie auch der Außenhandel empfindlich litten, hielt das noch zarte Konstrukt der ehemaligen Monarchie nicht aus.

Die hier in Versailles festgesetzten Reparaturzahlungen sowie die Weltwirtschaftskrise von 1929 nagten hartnäckig an der Staatskasse der jungen Republik

Die hier in Versailles festgesetzten Reparaturzahlungen sowie die Weltwirtschaftskrise von 1929 nagten hartnäckig an der Staatskasse der jungen Republik

Die unaufhaltsame Katastrophe

Dass die USA durch die Weltwirtschaftskrise gezwungen waren, ihre Kredite aus der jungen Weimarer Republik wieder abzuziehen, brachte die Wirtschaft in Deutschland nahe an den Zusammenbruch. Zahlreiche Banken mussten schließen, Unternehmen meldeten ihren Bankrott, und es gab viel zu viele Menschen, die den Freitod als letzte Möglichkeit ansahen. Die Regierung Brüning senkte die Preise für viele Konsumgüter, doch da gleichzeitig auch die Löhne gesenkt wurden und die Versicherungssummen stiegen, während die Leistungen zusammengestrichen wurden, konnte dies die Wirtschaft nicht wieder ankurbeln. Die Weltwirtschaftskrise hatte die Weimarer Republik fest im Griff.

Die Demokratie zerbrach

Dass im Zuge der Weltwirtschaftskrise plötzlich niemand mehr seiner Existenzgrundlagen sicher sein konnte, sorgte dafür, dass die junge Demokratie alles restliche Vertrauen verlor, das sie noch besaß. 1930 konnten die Nationalsozialisten sich über einen großen Wahlsieg freuen, und das Ausland verlor jeglichen Glauben in die Weimarer Republik. Als Reaktion auf die politische Entwicklung entzogen immer mehr Länder Deutschland ihr Geld, und die Arbeitslosigkeit vervierfachte sich. Vielfache Steuererhöhungen sorgten schließlich dafür, dass die Bürger sich gänzlich von der gemäßigten Mitte anwandten: Dies beschleunigte das Ende der jungen Demokratie.