Burschenschaften

Burschenschaften kennt man heute als eine traitionele Form der Studentenverbindungen. Der inhaltliche Bezug kann sehr unterschiedlich sein, dennoch haben sie eines gemeinsam: Das Bekenntnis zu den Prinzipien der Urburschenschaften, die im Jahr 1815 gegründet wurden. Die Auslegung dieser Prinzipien wird allerdings nicht einheitlich gehandhabt.

Gemeinsamkeiten der Burschenschaften

Außer dem Bekenntnis zu den Prinzipien der Urburschenschaften haben sie noch mehr Gemeinsamkeiten. So tragen Burschenschaften bei offiziellen Veranstaltungen ein Band mit den Farben der Verbindung und ein Couleur, also eine Studentenmütze. Die Standardfarben sind schwarz-rot-gold, die schon die Urburschenschaften getragen haben.

Geschichte

Am 12, Juni 1815 wurde die erste Burschenschaft Deutschlands in Jena gegründet. Um sich der Gerichtsbarkeit der Universität zu entziehen, zogen die Mitglieder der vier Landsmannschaften in das Gasthaus „Grüne Tanne“, das außerhalb der Stadt Jena lag. Sie lösten ihren Senioren-Convent auf und gründeten 30 Amtsträger für die neu gegründete Burschenschaft. Die Ideen der Urburschenschaft waren national, christlich und freiheitlich geprägt. Mitglieder wie Ernst Moritz Arndt oder Johann Gottlieb Fichte forderten die nachkommenden Burschenschaften auf, sich an die Werte Ehre, Freiheit und Vaterland zu orientieren und staatsbürgerliche Verantwortung zu übernehmen. Zugleich wurden ethische Solidarität und individuelle Freiheitsrechte eingefordert.

Das Hambacher Fest

Während einige Burschenschaften heute – berechtigt oder unberechtigt – in die rechtsradikale Ecke gedrängt werden, so waren sie zu Gründerzeiten die Vorreiter der Demokratiebewegung. Die wurde besonders auf dem Hambacher Fest deutlich. Während in Frankreich und den meisten Regionen Deutschlands die Demokratiebewegung um 1830 Fahrt aufnahm, war die Pfalz, die zum bayrischen Königreich gehörte, eine der letzten Bastionen, in denen der demokratische Wandel stockte. Als Reaktion darauf wurde 1832 der Deutsche Preß- und Vaterlandsverein gegründet, dem sich viele Burschenschaften anschlossen Der Verein veranstaltete vom 27. bis 30. Mai 1832 ein Fest auf dem Hambacher Schloss, das eine getarnte politische Versammlung sein sollte. Da solche Versammlungen in Bayern verboten waren, kam der Verein auf die Idee eines „Volksfestes“, um ihre Forderungen nach Freiheit, Demokratie und der Einheit Deutschlands kund zu tun. 30. 000 Teilnehmer kamen zusammen, und erstmals trugen auch nicht-Studenten die Farben der Burschenschaft, die später zu den Farben des

Heute werden Burschenhaften für ihre Sympathien mit rechtsradikalem Gedankengut kritisiert.

Heute werden Burschenhaften für ihre Sympathien mit rechtsradikalem Gedankengut kritisiert.

Deutschen Bundes, der Flagge der Weimarer Republik und schließlich der Nationalflagge der Bundesrepublik Deutschland wurden. Auch die Flagge der DDR trug die Farben Schwarz-Rot-Gold. Zu den Forderungen der Vertreter gehörten die sofortige Bildung einer provisorischen Regierung und der Termin für den Beginn des bewaffneten Aufstandes, der jedoch vom Deutschen Preß-und Vaterlandsverein abgelehnt wurde. Zum bewaffneten Aufstand kam es erst 16 Jahre später in der Märzrevolution. Man kann sagen, dass die Burschenschaften frühe Vorreiter der Studentenbewegung in den 1960er- und 1970er Jahren wurden.

Kritik an Burschenschaften

Die neuzeitlichen Burschenschaften haben mit allerlei Vorurteilen zu kämpfen. So wird ihnen ein elitäres Gesellschaftsverständnis vorgeworfen, oftmals werden sie mit rechtsradikalem Gedankengut in Verbindung gebracht.