Der Vormärz ist eine geschichtliche Epoche in Deutschland, die man erst nachträglich so betitelte.  Hauptsächlich die Entwicklung im Jahr 1830 bis 1848 wird als Vormärz beschrieben: Es ist eine Phase der Spannung, des liberalen Ausbruchs und der Unterdrückung, die 1848 in der Märzrevolution endgültig eskaliert. Auch die Thronbesteigung von Friedrich Wilhelm IV in Preußen gehört zu jener Epoche. Geprägt war der Vormärz von Liberalismus und Nationalismus, gekennzeichnet durch Verfolgung und Unterdrückung.

Der Staat entwickelte sich zu einem Industriestaat und war nicht selten von sozialen Missständen wie Armut geprägt, die als revolutionärer Zündstoff dienten. Kulturell war in der Epoche des Vormärz die Kunst und Literatur von Biedermeier oder der Romantik zu finden. Deutschland war zur Zeit des Vormärzes noch „Der Deutsche Bund“, inklusive der Staaten Österreichs und Preußen. Ursprung war die Französische Revolution mit dem Beginn im Jahr 1789. Mit einem Blick auf die Verheißung von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit bewunderte man Frankreich. Andererseits stand alles im Zeichen der Gewalt mit dem Beginn der Französischen Revolution. Da Napoleons Truppen Deutschland für eine gewisse Zeit besetzten. Im Jahr 1815 folgte der Sieg über Napoleon in der Schlacht von Waterloo; Russland, England und Preußen hatten maßgeblichen Erfolg daran. Der Deutsche Bund wurde im gleichen Jahr gegründet. Einer seiner Hauptaufgaben war die Unterdrückung der Freiheits- und Einheitsbestrebungen, die die Freiheitskämpfe gegen Napoleon beflügelt hatten. Frankreich hatte durch die Revolution dafür gesorgt, dass die Zahl der deutschen soveränen Staaten erheblich zurückging. Preußen erhielt das Rheinland, Westfalen und Baden. Deutschland bekam die erhebliche Macht Österreichs und Preußens zu spüren. Die beiden Großmächte galten als sehr konservativ.

Die Deutschland-Fahne war in den Zeiten des Vormärzes ein Zeichen des antiautoritären Protests.

Die Deutschland-Fahne war in den Zeiten des Vormärzes ein Zeichen des antiautoritären Protests.

1819 wurde durch das System der Karlsbader Beschlüsse Formen der Unterdrückung und Verfolgung verschärft. Parteien durften nicht gegründet werden. Viele Bürger zogen sich zurück oder gründeten kulturelle Vereine. Daraufhin wurden im Jahr der Märzrevolution, 1848, Parteien gebildet. Der Vormärz führte also im Wesentlichen dazu, dass sich Bürger organisierten und politisch mobilisiert wurden. Die erneute Französische Revolution im Jahr 1830 führte wieder zu Unruhen und Reforme,  insbesondere in Deutschland. Belgien wurde unabhängig von den Niederlanden und Luxemburg geteilt. Dies war das Ergebnis. Auch Spannungen in der katholischen Kirche waren das Ergebnis. In dieser Zeit wurde das Lied der Deutschen als Nationalhymne geschrieben, welches noch heute Bestand hat.