Der Jambus ist ein beliebtes Versmaß. Die Lehre vom Versmaß wird als Metrik bezeichnet. Diese orientiert sich an den Grundprinzipien der Sprache, die sie beschreibt. In der Antike war das die Länge und Kürze der Silben, für die deutsche Sprache gilt das Prinzip der betonten und unbetonten Silben. Die Begriffe für die Versmaße deutscher Lyrik wurden aus dem Altgriechischen übernommen. In der Lyrik stellt der Versfuß die kleinste metrische Einheit dar und ist notwendig um das Versmaß bestimmen zu können.

Der Jambus

Als Jambus (steigend) bezeichnet man in der deutschen akzentuierenden Metrik einen zweisilbigen Versfuß in dem auf eine unbetonte Silbe eine betonte Silbe folgt.
Die Verse die aus solchen Versfüßen bestehen, werden jambische Verse genannt.

Beispiel:

Getan, Betrug, Vernunft,    x   = unbetont

x   x´  x   x´     x     x´       x´= betont

Bekannte Gedichte bei denen der Jambus verwendet wurde sind zum Beispiel:

  • „Das Sonett“ von Goethe
  • „Die Stadt“ von Theodor Storm
  • „Augen in der Großstadt“ von Kurt Tucholsky
In Klassikern der Literatur wird oft der Jambus genutzt

In Klassikern der Literatur wird oft der Jambus genutzt

Ebenso wurde für viele Dramen der deutschen Klassik das jambische Versmaß gewählt. Der Jambus kann, je nach dem wie viele Hebungen ein Vers besitzt, weiter gegliedert werden. Dazu werden die Jamben innerhalb eines Verses gezählt. Sind also beispielsweise vier Hebungen innerhalb eines Verses vorhanden, spricht man von einem vierhebigen Jambus. Neben dem Jambus gibt es noch weitere Versfüße.

 

Jambus, Trochäus, Daktylus – Ein tabellarischer Überblick

Der Trochäus kann als Gegenspieler des Jambus bezeichnet werden, da im Falle eines Trochäus eine unbetonte Silbe auf eine betonte Silbe folgt. Ein Gedicht-Beispiel hierfür ist „An die Freude“ von Schiller. Weitere Versfüße sind der Daktylus und der Anapäst. Diese Versfüße sind dreissilbig.Beispiel:Daktylus (fallend): him/ mel/ wärts     x´/x/ xAnapäst (steigend) Har/ mo/ nie       x/ x/ x´Die richtige Betonung der Silben, also dem Versfuß entsprechend, ist unheimlich wichtig um den Vers den vom Dichter vorgesehenen Klang zu verleihen. So gilt der Jambus beispielsweise als fröhlich und dynamisch, der Trochäus als ernst und bestimmt, der Daktylus als tänzelnd und bewegt und der Anapäst als traurig.
AlexandrinerDer Alexandriner ist ein alternierender, sechshebiger Jambus. Er beginnt mit einer unbetonten Silbe auf welche sechs Hebungen mit je einer unbetonten Senkung folgen. Nach der dritten Hebung ist der Vers durch eine Zäsur geteilt. Dies bietet die Möglichkeit einer antithetischen Gestaltung. Der Alexandriner gilt als wichtigster Vers der barocken Lyrick, Epik und Dramatik.

Jambus, Trochäus, Daktylus – Ein kurzer tabellarischer Überblick
Jambus Trochäus Daktylus
am häufigsten verwendete Versfuß in der deutschen Metrik
Kernmerkmal: Abfolge einer schweren auf eine leichte Silbe/ unbetonte auf betonte Silbe (akzentuierte Metrik)/ langen auf kurze Silbe (quantitierende Metrik) „auftaktender Versfuß“
schematische Wiederholung über kompletten Vers -> zweisilbiger Versfuß
Wirkungsweise: frisch, belebend und dynamisch
Anwendung: in klassischen Dramen in Form eines Blankverses als ungereimte fünfhebige Jamben (in einem Vers folgt fünf mal eine betonte Silbe auf eine unbetonte) und in Gedichten
das Gegenstück zum Jambus
Kernmerkmal: Abfolge einer leichten Silbe auf eine schwere/ einer betonten Silbe auf eine unbetonte (akzentuierende Metrik)/ einer kurzen Silbe auf eine lange (quantitierende Metrik)
schematische Wiederholung über kompletten Vers -> zweisilbiger auftaktloser Versfuß
Wirkungsweise : feste und schwer, träge bzw. tragend
Anwendung: in romantischen Gedichten und romantischen Schicksalsdramen als trochäischer Vierheber, als trochäischer Fünfheber in Nachbildungen serbischer Volksdichtungen (u.a. von Goethe), oft auch als „Serbische Trochäen“ spezifiziert
Kernmerkmal: dreisilbiger Versfuß, Abfolge zwei leichter Silben auf eine schwere Silbe, zwei unbetonter Silben auf eine betonte (akzentuierende Metrik), Muster: lang – kurz – kurz (quantitierende Metrik)
Allgemeine Wirkungsweise: tänzelnd und bewegend
Anwendung: beliebtestes Versmaß der Antike: Verwendung als Hexameter (= klassische Versmaß der epischen Dichtung)