Allgemeine Informationen über den Dativ
Der Dativ ist ein Teil der Kasus, die aus der Grammatik bekannt sind. In den indogermanischen Sprachen bezeichnet er das indirekte Objekt, wobei er auch noch über weitere Funktionen verfügen kann, die jedoch eher weniger auftreten. Weiterhin stammt der Name daher, dass er den Empfänger Gegebenen darstellt. Genauergesagt stammt er aus dem Lateinischen, wo es vom Wort dare stammt, welches auf Deutsch geben heißt. Das lateinische Wort datum heißt genauergesagt Gegebenes.

In der Schule wird er häufig als 3. Fall oder auch Wemfall der Grammatik vorgestellt, da die übliche Reihenfolge die Folgende ist:

  • Nominativ
  • Genitiv
  • Dativ
  • Akkusativ

 

Als indirektes Objekt

Das Besondere am Dativ ist, dass er von bestimmten Verben (jemandem glauben), Adjektiven (jemandem dankbar sein) oder auch Präpositionen (aus dem Haus) verlangt wird.
Die Verben, welche den Dativ verlangen, stellen meistens die Interaktion zwischen zwei Personen dar und lassen sich im Allgemeinen in 2 Gruppen einteilen.

Die Verben des Nehmens und Gebens

Ich schenke dir etwas! "Dir" ist eine Dativform.

Ich schenke dir etwas! „Dir“ ist eine Dativform.

  • bringen
  • schenken
  • leihen
  • geben
  • helfen
  • schicken

Die Verben der Mitteilung

  • sagen
  • zeigen
  • empfehlen
  • antworten

Der Dativ in Verbindung mit Präpositionen

Im Deutschen gibt es bestimmte Präpositionen, die den Fall verlangen. Am geläufigsten ist wohl die Verbindung mit dem Wort mit, welches immer den Dativ nach sich zieht.
Weitere Präpositionen, nach welchen immer der Dativ steht, sind zum Beispiel:

  • aus
  • entgegen
  • gegenüber
  • nach
  • nahe
  • seit
  • von
  • zu

Es gibt jedoch auch die Präpositionen des Ortes, welche sowohl den Dativ als auch den Akkusativ verlangen können. So zeigt der Akkusativ beispielsweise die Richtung auf ein Ziel an, während der 3. Fall den aktuellen Ort angibt.

Die Verbindung mit dem Genitiv

In der deutschen Sprache ist es immer häufiger anzutreffen, dass Genitivkonstruktionen von Dativkonstruktionen ersetzt werden. Dabei ist zu beachten, dass der Genitiv zwar die formal, richtige Form ist, doch gerade in der gesprochenen Sprache wird dieser immer seltener verwendet.
Ein Buch, welches sich mit diesem Phänomen auseinander sitzt, heißt: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Dieser Titel ist ein Beispiel für eine eigentliche Genitivkonstruktion, die jedoch durch eine Dativkonstruktion ersetzt wurde.

Der dativus possesivus

Dieser Fall ist eigentlich nur noch im Lateinischen vorzufinden, da er im Deutschen mit Konstruktionen wie „Mir sind drei Schiffe“ oder „Ihm ist ein Pferd“ ausgedrückt wird, welche jedoch sowohl im Geschriebenen, als auch im Gesprochenen äußerst selten sind.