Deutsche Sprache, schwere Sprache … nicht nur wer Deutsch als Fremdsprache lernt, kann von diesem Sprichwort ein Lied singen. Auch Muttersprachler tun sich schwer, wenn es darum geht, sich grammatikalisch richtig auszudrücken, geschweige denn, die deutsche Grammatik zu erklären.

Vier Fälle – Vier Probleme


Die deutsche Deklination kennt vier Fälle:

  • Nominativ (Werfall)
  • Genitiv (Wesfall)
  • Dativ (Wemfall)
  • Akkusativ (Wenfall)

Die größten Schwierigkeiten bereitet gemeinhin die Unterscheidung zwischen Dativ und Akkusativ.
Die Bezeichnung Akkusativ stammt wie die der anderen Fälle auch aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie „der Ursachen- Fall“.

Ich fordere wen? – Den Akkusativ

Der Akkusativ ist der 4. Fall, also die vierte Form von Substantiven oder Pronomen und auch die häufigste Deklinationsform.
Fast 90 Prozent aller deutschen Verben fordern ein Objekt im Akkusativ! Es handelt sich dabei um Personen oder Sachen, die von irgendeiner Tätigkeit betroffen sind. Ein Substantiv muss im 4. Fall gebraucht werden, wenn die geforderte Frage „wen“ oder „was“ lautet.
Beispiele hierzu sind:
Ich trinke den Kaffee. – Wen? – Das Objekt „Kaffee“ tritt im Akkusativ auf.
Er sieht das Haus. – Was? – Das Objekt „Haus“ tritt im 4. Fall auf.
Verben, die ein Objekt im Akkusativ fordern, nennt man transitiv. Diese Verben bilden das Perfekt mit dem Hilfsverb „haben“ (ich habe gelesen / er hat gekauft).
Weiterhin können transitive Verben ins Passiv gesetzt werden, wobei dann das ursprüngliche Akkusativ- Objekt zum Subjekt wird:

  • Er kauft den Wagen. Der Wagen wird gekauft.
  • Sie liest das Buch. Das Buch wird gelesen.

Hilfen und Eselsbrücken

Wie für die anderen Fälle gibt es auch für den Wenfall bestimmte Präpositionen, Verben und Adjekive, die den 4. Fall fordern. Die wichtigsten sind:

Präpositionen

  • durch
  • für
  • gegen
  • ohne
  • um

Verben

  • sehen
  • lesen
  • nennen

Adjektive

  • gewohnt
  • wert

Da es aber keine Regeln ohne Ausnahmen gibt und die deutsche Sprache und Grammatik besonders tückisch und voll davon ist, gibt es eine Menge mehr Präpositionen, die sowohl den Dativ, also den 3. Fall, als auch den Akkusativ fordern. Dies richtig anzuwenden, ist meist eine Lernfrage.
Hierzu gibt es ein Gedicht, welches man als Eselsbrücke anwenden kann:
An, auf, hinter, neben, in,
über, unter, vor und zwischen
stehen mit dem 4. Fall,
wenn man fragen kann „wohin“?
Mit dem 3. stehn sie so,
dass man nur kann fragen „wo“?

Die einfachste Variante, festzustellen, ob Dativ oder Akkusativ anzuwenden sind, bleibt aber sicherlich die Beantwortung der Frage „Wem“ oder „Wen“.