Allgemeine Informationen über den Genitiv
Der Genitiv ist ein Fall – auch Kasus genannt – der deutschen Grammatik. Der Name leitet sich vom Lateinischen casus genitivus ab, welches auf Deutsch so viel wie die Herkunft bezeichnender Fall bedeutet.
Im Allgemeinen ist er der 2. Fall der deutschen Grammatik, wobei hier die Reihenfolge

lautet. Weitere Bezeichnungen, die vor allem in der Schule verwendet werden, sind der Wesfall oder auch der Wessenfall.

Die sprachliche Funktion

Die Wortgruppen, die im Genitiv anzutreffen sind, drücken meist einen Besitz oder ein Eigentum und das damit zusammenhänge Verhältnis aus. Um das Attribut des Genitivs herauszufinden, wird meist die Frage wessen gestellt.
Dies kann man beispielsweise an der Wortgruppe „das Buch der Schülerin“ erkennen. Mit der Frage „Wessen Buch ist das?“ lässt sich erkennen, dass „der Schülerin“ hier das Genitivattribut darstellt. Diese possessive Bedeutung des Genitivs kommt in der deutschen Sprache am häufigsten vor, doch es gibt noch zahlreiche, weitere Beispiele für eine Verwendung dieses Falles:

  • Die Eigenschaft – „eine Freude kurzer Dauer“
  • Beziehung des Anteils – „Norden des Landes“
  • Urheberschaft – „Beethovens 3. Symphonie“
  • subiectivus (Quelle einer Handlung) – „Rat des Freundes“
  • obiectivus (Ziel einer Handlung) – Bestrafung des Verbrechers
  • Höchster Grad einer Bedeutung – „Der Film der Filme“

Der Genitiv als Objekt

In der deutschen Sprache wird der Genitiv in seltenen Fällen auch als Objekt verwendet, wobei hier beachtet werden muss, dass nur wenige Verben ihn auch nach sich ziehen. Beispiele für Verben, die einen Genitiv verlangen, sind:

  • gedenken
  • sich erfreuen
  • bedürfen
  • ermangeln
  • sich rühmen
  • sich erinnern
  • spotten

Bei Präpositionen


Es gibt zahlreiche Präpositionen, die einen Genitiv verlangen, wobei jedoch zu beachten ist, dass heutzutage viele dieser Konstruktionen als veraltet angesehen werden.
Als Beispiele kann man die folgenden Präpositionen sehen:

  • abseits
  • anfangs
  • jenseits
  • im Falle
  • fernab
  • mangels
  • mittels
  • aus Ursachen
  • während
  • wegen
  • zwecks

Dabei ist zu beachten, dass in der gesprochenen Sprache auch häufig der Dativ anstelle des Wessenfalls benutzt wird, obwohl dies eigentlich nicht formal korrekt ist.