Einleitung – der Nominativ
Dieser Text soll eine kurze Erläuterung geben, was im Deutschen der sogenannte Nominativ ist. In der deutschen Grammatik gibt es unterschiedliche „Fälle“ (fachsprachlich Kasus genannt), was die einzelnen Satzglieder und ihre Funktionen im Satzgefüge betrifft.

 

Diese zeigen an, welche Funktion ein Satzteil in einem bestimmten Satz innehat. Die deutsche Grammatik kennt mehrere „Fälle“, die jeweils eine andere syntaktische Funktion darstellen. Andere Sprachen weisen (teilweise) andere Fälle auf. Der Kasus ist also sprachspezifisch zu beurteilen. Der gängigste Fall im Deutschen ist der sogenannte „Nominativ“, um den es speziell in diesem Text gehen soll. Weitere Fälle sind „Akkusativ„, „Dativ„, „Genitiv„, „Instrumental“ und „Ablativ“. Diese werden hier nur zur Ergänzung erwähnt.

Ein Beispiel für den Nominativ

Wer oder Was? Um den Fall eines Nomens zu bestimmen, sollten man stets überlegen, auf welche Frage es antwortet.

Wer oder Was? Um den Fall eines Nomens zu bestimmen, sollten man stets überlegen, auf welche Frage es antwortet.

Der Nominativ ist im Deutschen gewissermaßen der Standardfall. Betrachten wir dazu als Beispiel einen ganz normalen Satz:
(1) Peter liest gerade ein Buch.
(2) Peter gibt Klara/dem Jungen ein Buch.
In (1) haben wir einen Satz mit Subjekt, Prädikat und Objekt. Das Subjekt (in diesem Fall Peter) gibt an, WER etwas tut. Also: Wer liest gerade ein Buch? – Peter. Das Subjekt (welches den Satzgegenstand oder die handelnde Person darstellt) steht im Deutschen im Nominativ. Man bezeichnet das Deutsche deswegen auch als „Nominativsprache“. Der Nominativ wird auch als „wer-Fall“ oder als „erster Fall“ bezeichnet und steht normalerweise am Satzanfang. Das Objekt („ein Buch“) in (1) wäre die Bezeichnung für das WAS gelesen wird. Das Objekt steht hier im Akkusativ (Wen/Was-Fall). In (2) haben wir ein Objekt im Dativ („Klara“, „dem Jungen“). Der Dativ wird auch als „Wem-Fall“ bezeichnet, weil man zur Erfragung des Objekts die dazugehörige Wem-Frage stellen kann.
Das Subjekt im Nominativ kann natürlich auch durch ein Pronomen gekennzeichnet sein:
(3) Sie ist Sprachforscherin.
In (3) haben wir sozusagen ein Pronomen („Sie“) als Nominativ-Subjekt. Dieses muss aber mit der Ergänzung („Sprachforscherin“) in Person und Numerus übereinstimmen. Dieses Prinzip nennt man auch „Kongruenz“.

Kongruenz = Übereinstimmung

Kongruenz bedeutet also, dass in (1) das Subjekt (Peter) mit dem Verb (liest) – was die grammatischen Eigenschaften anbelangt – übereinstimmen muss. „Peter lesen“ wäre eine Verletzung dieses Prinzips. Das Substantiv bleibt im Nominativ jedoch unverändert, es bleibt in seiner Grundform. Bei den anderen Fällen (Genitiv, Akkusativ) ist das nicht immer so. Im Genitiv bekommt das Substantiv normalerweise ein „s“ angehängt.