Eine Nutzenfunktion ist die mathematische Art, die Vorstellungen, Wünsche und Vorzüge (sogenannte Präferenzen) einzelner Wirtschaftssubjekte, zum Beispiel Einzelpersonen oder Haushalte, darzustellen. Dies wird in Relation zu der vorhanden Menge dargestellt. Wichtig: Die Nutzenfunktion misst keinen Nutzen, sondern stellt eine Präferenzordnung dar!

Wozu braucht man eine Nutzenfuktion?

Für die Ermittlung des Nutzens sind verschiedene Faktoren relevant

Für die Ermittlung des Nutzens sind verschiedene Faktoren relevant

Oft ist für den Konsumenten vor dem Erwerb eines Gutes oder Güterbündels von Interesse, was ihn am meisten zufrieden stellt. Man kann Präferenzen allerdings nicht beliebig messen, also benötigt man eine andere Möglichkeit, diese in eine Rangordnung zu bringen.

Wie bestimmt man eine Nutzenfunktion?

In der Volkswirtschaftslehre geht man davon aus, dass die Haushalte in der Lage sind, unterschiedliche Güter oder Güterbündel weitegehend zu bewerten. Im Vergleich zu anderen Gütern können sie aussagen, ob das zu betrachtende Gut besser, schlechter oder genau so gut ist. So werden die Güter in eine bestimmte Reihenfolge gebracht. Jedem Gut wird dabei ein Wert zuordnet. Zum Beispiel bekommt das Gut A 10 Utilien und das Gut B 25 Utilien. So erkennt man, dass das Gut B bevorzugt wird. Bei Güterbündeln werden die Werte einzelner Güter multipliziert. Somit ist die Funktion a>b eine ordinale Nutzenfunktion. Mann nennt sie ordinal, da sie keine kardinalen Werte anzeigt, sondern nur die Reihenfolge oder die Rangordnung angibt.

Entscheidungen unter Unsicherheit

Manchmal gibt es Situationen, wenn die subjektiven Bewertung nicht eindeutig sind und die Entscheidungen einem schwer fallen. Dazu gehören unter anderem Versicherungen, Kredite, Gewinnspiele, etc. Diese unsicheren Konsumbündel heißen Lotterien und stehen unter Einfluss von Weltzuständen, Wahrscheinlichkeiten und dem Konsumniveau. Die letzen beiden sind für die Berechnung des Erwartungswertes der Lotterie wichtig. Mithilfe dieser Daten kann man eine Nutzenerwartungsfunktion erstellen. An den Ergebnissen erkennt man, ob ein Individuum risikoscheu, risikoneutral oder risikofreudig ist. Ein typischer Fall hierfür wäre, wenn das Individuum eine Wahl zwischen Möglichkeiten hat. Die erste ist eine sichere Variante (zum Beispiel eine sichere Auszahlung über eine bestimmte Summe) und die zweite eine Risikovariante mit einer 50%-Chance (1x Auszahlung über eine viel höhere Summe, 1x eine Auszahlung über eine viele niedrigere Summe).