Die Mittlere Reife ist eine Bezeichnung für den mittleren Bildungsabschluss. Je nach Bundesland trägt dieser Abschluss mehrere Bezeichnungen. „Mittlere Reife“ wird dieser Abschluss in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg genannt. Der gleiche Abschluss heißt in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg Fachoberschulreife, in Rheinland-Pfalz Qualifizierender Sekundarabschluss I, in Niedersachen Sekundarabschluss I oder Realschulabschluss. In allen anderen Bundesländern nennt man die Mittlere Reife entweder Mittlerer Schulabschluss (MSA) oder Mittlerer Bildungsabschluss (MBA).

Die Mittlere Reife berechtigt zum Besuch von weiterführenden Schulen wie dem Gymnasium, der Fachoberschule oder dem Berufskolleg.

Die Mittlere Reife berechtigt zum Besuch von weiterführenden Schulen wie dem Gymnasium, der Fachoberschule oder dem Berufskolleg.

Seit den siebziger Jahren werden die Begriffe Realschulabschluss und Mittlere Reife eigentlich synonym verwendet. Die heutige Vielfalt an Begriffen führt immer wieder zur Verwirrung und Unverständnis, jedoch konnten sich die einzelnen Länder bislang nicht auf eine einheitliche Bezeichnung einigen. Grundsätzlich gilt, dass die Mittlere Reife derjenige hat, der die 10. Klasse erfolgreich abgeschlossen hat. Wer dies geschafft hat, kann anschließend die Sekundarstufe II besuchen, das heißt Gymnasien, Fachoberschulen, Berufsschulen oder -kollegs, Berufsoberschulen usw. Zu einem Studium berechtig die Mittlere Reife noch nicht. Je nach Bundesland müssen für die Aufnahme an einer weiterführenden Schule jedoch zusätzliche Auflagen erfüllt werden, wie zum Beispiel ein bestimmter Notendurchschnitt. Zusätzlich kann man noch unterscheiden zwischen einem „normalen“ oder einem „qualifiziertem“ Realschulabschluss. Schüler mit entsprechenden Noten bekommen dabei einen Qualifikationsvermerk auf dem Zeugnis, mit dem sie im Regelfall die gymnasiale Oberstufe besuchen dürfen, um später das Abitur zu erwerben. Diese Regelung gilt jedoch auch wieder nur in einzelnen Bundesländern.

Die Mittlere Reife wird mithilfe einer zentralen Prüfung erlangt. Diese gilt für alle Bundesländer, außer bislang noch Rheinland-Pfalz. Ansonsten sind die Voraussetzungen zum Erwerb der Mittleren Reife auch wieder abhängig von den Regelungen des einzelnen Bundeslandes. Gemeinsam haben sie alle, dass die Realschule nach ihrem Abschluss zur Mittleren Reife führt. In den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Saarland, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Berlin kann unter bestimmten (und länderabhängig verschiedenen) Voraussetzungen der Realschulabschluss auch durch die Hauptschule erworben werden. An einer Gesamtschule kann er in allen Bundesländern erworben werden, hier folgt aber wieder die Differenzierung ob mit oder ohne Qualifiaktionsnachweis. Der Besuch eines Gymnasiums vergibt in einigen Bundesländern automatisch durch die Versetzung in Klasse 11 die Mittlere Reife, in anderen muss dafür nach der 10. Klasse eine entsprechende Prüfung abgelegt werden.

Unter Umständen kann der Abschluss einer Lehre zum Realschulabschluss führen, sofern dabei relevante Fächer an der Berufsschule belegt wurden. In Bayern gibt es eine Wirtschaftsschule, die gleiches vermag. Eine andere Möglichkeit führt über den zweiten Bildungswegs, dazu zählen zum Beispiel Fernschulen oder Abendschulen.
Im Jahr 2011 hatten 76 Pozent aller 20- bis 30-jährigen einen höherwertigen Abschluss nachzuweisen, davon 32 Prozent die Mittlere Reife.