Der Existenzialismus ist eine philosophische Strömung des Zwanzigsten Jahrhunderts. In der Philosophie von der Existenz geht es um die Auffassung, dass den Menschen seine Existenz ausmacht. Jean Paul Sartre, als einer der Vertreter des Existenzialismus brachte es auf den Punkt: „Als Gott mit allem fertig war, hat er den Menschen sich selber überlassen.“

Die Agonie des Christentums

Der spanische Existenzialist Unamuno beeinflusste mit seinem Ansatz das Denken von Schriftstellern der Renouveau catholique (Reinhold Schneider, Gertrud von Le Fort, Ida Friederike Görres u.a.) mit einem Ausspruch, der sich wie ein Branding in viele Werke der Theologie, Philosophie und Literatur eingegraben hat: „Der Zweifel ernährt den Glauben“. Nicht die Ohnmacht gilt es zu zementieren und sich ohnmächtig daneben nieder zu lassen, sondern die Herausforderung aufzunehmen und sich existenziell ansprechen zu lassen. Denn zu dem Prinzip Existenz gehört untrennbar das Tun. Deshalb ist das Denken von einem ohnmächtigen Sein und Urgrund ein folgenschwerer Irrtum. Der irische Schriftsteller Samuel Beckett ging zeitlebens in seinen Werken den Fragen des Existenzialismus nach. Besonders in seinem wohl weitverbreitetsten Werk Warten auf Godot. Seit 1937 lebte Beckett in Paris. Er kam so mit den Gedanken der Existenzphilosophie und ihren Hauptvertretern in Berührung. Erstmals reiste er 1926 nach Paris, nachdem er drei Jahre zuvor am bekannten Dubliner Trinity College begann Französisch und Italienisch zu studieren.

Die französischen Vertreter der Existenzialismus

Paris war in den 1940 Jahren die Keimzelle für die Philosophie des Existenzialismus.

Paris war in den 1940 Jahren die Keimzelle für die Philosophie des Existenzialismus.

Zu den Hauptvertretern des in Frankreich hauptsächlich entstandenen Existenzialismus, der sehr schnell auch in anderen Ländern Fuß fasste und Verbreitung fand, gehörte:

  • Albert Camus
  • Simone de Beauvoir
  • Jean-Paul Sartre
  • Gabriel Marcel

Die Fragen des Existenzialismus kreisten um das Sein und seine Erscheinungsformen. Dabei war die Existenzphilosophie auch immer wieder mit der metaphysischen Frage des absoluten Seins konfrontiert und wie war dies in Abgrenzung zum Nihilismus zu erklären. Generationen haben den Existenzialismus wie eine Art philosophische Popkultur gehuldigt und man trug wie selbstverständlich seinen Camus oder Sartre mit sich, um darin zu lesen, wie in einer Bibel. Jeder der Existenzialisten hat die Existenzphilosophie um einen weiteren Aspekt ergänzt. So finden wir bei Camus besonders dir Fragestellung nach dem Absurden im Sein. Simone de Beauvoir beleuchtete die Existenz und ihre Philosophie aus der weiblichen Perspektive und die Verdammung der Frau zur Immanenz im Sein.

Kritik an der Existenzphilosophie

Im Heidelberger Professor Martin Heidegger fand der existenzialistische Ansatz seinen schärfsten Kritiker. In seinem Buch „Sein und Zeit“ hat er seine Kritik einer breiten wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit dargelegt. Dennoch kann festgestellt werden, dass es gerade die absolute Apodiktik der Existenzphilosophie es war, die entscheidende Impulse für Literatur und Theologie hergaben.