Der Indikativ ist eine von drei möglichen grammatikalischen Modi im Deutschen. Neben dem höflichen und kopflastigen Konjunktiv und dem lauten Imperativ, ist er die Normalform. Wir verwenden ihn um Dinge zu sagen, zu berichten, festzustellen, miteinander zu reden, kurz eigentlich für fast alles.

Das Verwendungsgebiet

Der Name „Indikativ“ kommt aus dem lateinischen. Indicare heißt „anzeigen„. Und der Indikativ zeigt im Deutschen auch an, den Normalfall, die Wirklichkeit.

„Steve ist ganz schön dick.“ Ist eine Aussage, die muss nicht der Wirklichkeit entsprechen, aber der Sprecher tut zumindest so. Es ist kein Zweifel in diesem Satz. Es heißt nicht: „Gregor behauptet, Steve sei ganz schön dick“, sondern die Aussage wird als wahr dargestellt.

Eigentlich eignet sich der Indikativ im Deutschen für fast jede Form des Ausdrucks. Zumal er den Vorteil hat, gegenüber seinen beiden Mitbewerbern als „normal“ wahrgenommen zu werden. Der Konjunktiv gilt oft ein wenig als eingebildet oder gar veraltet. Der Imperativ als zu laut und schrill.
Der Indikativ sorgt für einen ruhigen, gleichbleibenden Textfluss. Er ist die Allzweckwaffe der deutschen Sprache.

Allerdings, um eine Lanze für die anderen beiden Formen zu sprechen: Sie bringen Würze in den deutschen Satz, lassen die Stimme springen, sprenkeln obskur wirkende Satzzeichen und Umlaute in die Sätze und mögen so manchen Leser einmal aus der durch den Indikativ verursachten Trance reißen. Würden Sie mir da nicht zustimmen? Der kategorische Imperativ ist ein Leitsatz des Sprachwissenschaftlers und Philosophen Immanuel Kant. “Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg auch keinem anderen zu.

Grammatik

Der Indikativ wird aus den Grundformen der Verben gebildet. Es gibt ihn in sechs verschiedenen Formen pro Zeitstufe.

Aus gehen wird: „Ich gehe, du gehst, er/sie/es geht, wir gehen, ihr geht, sie gehen.“ In die einfache Vergangenheit versetzt wird daraus: „Ich ging, du gingst, er/sie/es ging, wir gingen, ihr gingt, sie gingen.

Im Perfekt: „Ich bin gegangen, du bist gegangen, er/sie/es ist gegangen, wir sind gegangen, ihr seid gegangen, sie sind gegangen.

Das ganze gibt es dann noch in der Passivausführung: „Ich wurde geschlagen, du wurdest geschlagen, er/sie/es wurde geschlagen, wir wurden geschlagen, ihr wurdet geschlagen, sie wurden geschlagen.

All diesen Formen sind im Normal-Modus des Deutschen gebildet und wirken ganz normal und alltäglich auf uns.
Die meisten Menschen werden ihr Leben lang den Indikativ verwenden, ohne je von ihm gehört zu haben.

Sobald man von ihm abweicht, merkt man das auch schnell. Der Konjunktiv wird häufig mit den Umlauten gebildet: ä, ö und ü. Der Imperativ fordert zwingend das Ausrufezeichen.

Die Betonung

Sätze im Indikativ schließt man für gewöhnlich mit einem Punkt. Aber auch Fragesätze sind im Indikativ möglich („Holst du mir ein Glas Wasser?“).

Die Stimme bleibt kontant, betonen kann man den Satz je nachdem, wo man den Schwerpunkt setzen möchte.