Als Antwort auf die Gründung der NATO und insbesondere der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Pariser Verträge, wurde am 14. Mai 1955 unter Leitung der ehemaligen Sowjetunion die Warschauer Vertragsorganisation (kurz WVO) ins Leben gerufen. Das auch unter dem Namen Warschauer Pakt bekannte Bündnis führte zu noch mehr Spannungen zwischen den ehemaligen Alliierten des Zweiten Weltkriegs und es begann endgültig der Kalte Krieg.

Die Gründungsstaaten waren die Sowjetunion, Albanien, Bulgarien, die Deutsche Demokratische Republik, Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei und Ungarn. Am 01. Juli 1991 wurde der Warschauer Pakt im Zuge von Gorbatschows Perestroika aufgelöst.

Was genau war die WVO?

Die WVO war ein Militärbündnis der Oststaaten Europas, um der von den Westmächten gegründeten NATO etwas entgegenzusetzen.

Die WVO war ein Militärbündnis der Oststaaten Europas, um der von den Westmächten gegründeten NATO etwas entgegenzusetzen.

Der Warschauer Pakt war ein militärisches Bündnis unter Führung der Sowjetunion. Allerdings war die Entstehung der WVO keine ad hoc getroffene Entscheidung, sondern beruhte teilweise auf bereits vorhandene bilaterale Verträge zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten und der Sowjetunion. Inhaltlich enthielt das zugrundeliegende Vertragswerk folgende wichtige Punkte:

  1. Gegenseitige militärische Hilfe im Falle eines Angriffs auf ein Mitgliedsland der WVO.
  2. Gemeinsames Kommando der nationalen Streitkräfte.
  3. Bei einem drohenden Angriff war eine sofortige Beratung vorgesehen
  4. Im Falle der Gründung eines gemeinsamen Sicherheitsbündnisses für ganz Europa war die Auflösung der WVO vorgesehen.

Ohne Moskau ging gar nichts

Obwohl das Vertragswerk dem der NATO ähnlich war, war ein Punkt sehr entscheidend: Alle Fäden der WVO liefen im sog. Vereinten Oberkommando in Moskau und Lemberg zusammen und nur dort wurden letztendlich auch die Entscheidungen getroffen. Zwar waren die Mitgliedsstaaten durch das Komitee der Verteidigungsminister, einen Militärrat des Vereinten Oberkommandos und einen Politisch Beratenden Ausschuss im Vereinten Oberkommando vertreten, aber: Das Vereinte Oberkommando unterstand direkt dem Generalstab der sowjetischen Streitkräfte. Alle wichtigen militärischen Bereiche der WVO wie Ausbildung, Ausrüstung, Bewaffnung, Führung, Taktik, sowjetische Truppenstationierungen usw. wurden von sowjetischen Militärführern und Politikern entschieden. Kurzum: Der Warschauer Pakt war nichts anderes als eine Stütze der sowjetischen Außen- und Sicherheitspolitik. Die Mitgliedsstaaten und deren militärische Einrichtungen bildeten den „verlängerten Arm“ der sowjetischen Streitkräfte. Dieser Umstand erklärt auch die blutige Niederschlagung der Aufstände in der Tschechoslowakei (1968) und Ungarn (1956) durch sowjetische Truppen.

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