Der Kalte Krieg und seine Militärbündnisse

Der Kalte Krieg fand von 1947 bis 1990 zwischen den beiden damaligen Supermächten den USA als führende Nation des Westens und der Sowjetunion im Ostblock statt. Unter ihrer Führung entstand eine bipolare Welt.

Mit den Organisationen der NATO (Westmächte) und des Warschauer Pakts (Ostblockländer) – von den Mitgliedsstaaten als Warschauer Vertragsorganisation (WVO) bezeichnet – schlossen sich die beiden gegnerischen Seiten zu Militärbündnissen zusammen. Deutschland wurde mit dem Beschluss der Pariser Verträge, die 1955 in Kraft traten, in eine West- und eine Ostzone unterteilt, an deren Grenze der sogenannte Eiserne Vorhang verlief.

Wortursprung

Die Bezeichnung Kalter Krieg geht auf den Umstand zurück, dass die beiden Weltmächte nie eine direkte militärische Auseinandersetzung führten und sich gegenseitig auch nie den Krieg erklärten, sondern sich stattdessen mit massiven militärischen Drohungen und Stellvertreterkriegen gegenüberstanden. Die bedeutendsten Stellvertreterkriege fanden in folgenden Staaten statt:

  • Korea 1950–1953
  • Vietnam 1964–1975
  • Afghanistan 1979–1989

Beginn des Kalten Krieges

Der Kalte Krieg beginnt offiziell mit der Irankrise. Um ihre Ölreserven auszubauen, versuchte die Sowjetunion ab 1945 in Teilen Irans, Staaten nach ihrem Bild in der Region zu etablieren. Dadurch sahen die USA ihre Vormachtstellung in der Welt gefährdet. Die USA wollten dies mit aller Macht verhindert und drohten sogar mit dem Einsatz von Atomwaffen. Nun begann die gegenseitige Abschreckungsstrategie mit dem so genannten Wettrüsten.

Höhepunkt Kubakrise

Unumstrittener Höhepunkt des Kalten Kriegs war neben dem Bau der Berliner Mauer, die Kubakrise, bei der die Welt am Rande eines dritten Welt- sowie eines erstmaligen Atomkriegs stand. Nachdem die USA in der Türkei Mittelstreckenraketen stationiert hatten, brachte die Sowjetunion Atomraketen auf Kuba in Stellung. Nur durch geheime Kontakte zwischen den beiden Präsidenten der gegnerischen Staaten konnte in letzter Sekunde eine Eskalation verhindert werden. Aus der daraus gewonnenen Einsicht einer notwendigen ständigen und direkten Kontaktmöglichkeit der beiden Supermächte entstand der „Heiße Draht“, eine direkte Fernschreibeverbindung vom Weißen Haus in den Moskauer Kreml.

Ende des Kalten Krieges

Wirtschaftliche Probleme innerhalb des Ostblocks sowie sich immer weiter ausdehnende Unruhen bewirkten unter dem sowjetischen Präsidenten Gorbatschow ab den 1980er Jahren einen politischen Kurswechsel. Eine Abrüstung und das Abschwören der Breschnew-Doktrin (eingeschränkte Souveränität der sozialistischen Bündnisstaaten) waren die sowjetischen Folgen. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands endete die Ära des Kalten Kriegs endgültig. Auch die Sowjetunion und mit ihr der Warschauer Pakt lösten sich 1991 auf, während die NATO bis heute weiter besteht.