Der Warschauer Pakt – Was genau steckt hinter dieser Bezeichnung?

Der Warschauer Pakt ist generell eine beschreibende Bezeichnung, die in den westlichen Staaten genutzt wird. Offiziell beinhaltet dieser Vertrag die Staaten, die an der Warschauer Vertragsorganisation, der so genannten WVO, teilnahmen bzw. Bestandteil dieser Organisation waren. Der Warschauer Pakt bestand von 1955 bis 1991 und war ein militärischer Vertrag, in dem es um militärischen Beistand der Oststaaten ging, wobei die Führung die Sowjetunion innehatte. Man verstand dieses Bündnis im so genannten Kalten Krieg als Gegenstück zu der NATO, die von USA geleitet wurde.

Der Warschauer Pakt und seine Vorgeschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondre ab 1947, gab es immer mehr zunehmende Spannungen zwischen den Alliierten. Der Warschauer Pakt stellt ein Resultat eben dieser Spannungen dar. Die Sowjetunion hatte als Ziel ihre Expansion. Dieses Ziel galt als Bedrohung für die westlichen, demokratischen Staaten. Der Furcht vor dem Expansionsgedanken der Sowjetunion begegnete man mit der Gründung der NATO 1949.

Am 23. Oktober 1954 wurden die so genannten Pariser Verträge unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung dieser Verträge endete das Besatzungsstatut in Westdeutschland. Die Unterzeichner sprachen sich für ein eigenständiges Deutschland aus, zudem begann man mit der Wiederbewaffnung Westdeutschlands. Die Sowjetunion hingegen sprach sich gegen einen Eintritt der Bundesrepublik in die NATO aus. Als Gegenreaktion zu vielen gescheiterten Gesprächen fand vom 29. November bis 2. Dezember 1954 eine Sicherheitskonferenz in Moskau statt mit der Folge, dass die so genannte Moskauer Erklärung unterzeichnet wurde. Nun wurde bekannt gegeben, dass auch hier ein Militärbündnis entstehen sollte. Der Kriegszustand der DDR musste für einen Beitritt aufgehoben werden, dies geschah formal im Januar 1955.

Im Mai 1955 fand in Warschau die „Konferenz europäischer Länder zur Gewährleistung des Friedens und der Sicherheit Europas“ statt. Während dieser Konferenz wurde der so genannte Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand von Albanien, Bulgarien, DDR, Polen, Rumänien, Ungarn, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei beschlossen und trat Anfang Juni in Kraft. Dieser Vertrag wurde auch kurz als Warschauer Vertrag bezeichnet.

Der Warschauer Pakt und seine Ziele

Mit Hilfe des Warschauer Paktes wurde die Politik der Sowjetunion gestützt und war mit der Stationierung der Truppen in jedem Mitgliedsstaat gestärkt. Ein Austritt wurde dadurch erschwert, dass es als Angriff gesehen wurde, sich gegen die Sowjetunion und seine Doktrinen zu stellen mit der Folge eines Militärschlags auf die eigenen Mitglieder.