Die NATO ist ein Staatenbündnis, welches im Jahr 1949 begründet wurde. Als North Atlantic Treaty Organization hat die NATO zivile und militärische Befugnisse. Entscheidungen trifft sie nach dem Konsensprinzip, in enger Abstimmung mit ihren derzeit 28 Mitgliedsstaaten. Das NATO-Hauptquartier befindet sich in Brüssel.

Entstehungsgeschichte

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Territorialkarten in Europa neu gemischt. Mit den Brüsseler Verträgen kooperierten Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Belgien und Luxemburg bereits am 17. März 1948 in Fragen von wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und militärischer Zusammenarbeit. Dieser Pakt war zunächst als Versicherung für ein eventuell, erneut kriegslüsterndes Nachkriegsdeutschland zu verstehen. Erst in der Folgezeit fühlte sich der Westen primär von den kommunistischen Umtrieben in Europa bedroht, denn Stalins Sowjetunion forcierte ihrerseits die Blockbildung und schloß sich im Warschauer Pakt (WVO) zusammen. Im Gegenzug garantierten die Vereinigten Staaten von Amerika den europäischen Verbündeten militärischen Schutz. Dies war der Beginn des Kalten Krieges. Am 4. April 1949 wurde der Nordatlantikvertrag zwischen den USA und seinen Verbündeten aus dem zweiten Weltkrieg unterzeichnet. Die zwölf Gründungsmitglieder der NATO sind: Belgien, Dänemark, Frankreich, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Portugal, USA und Großbritannien.

NATO-Beitritt Deutschlands

Die Pariser Verträge von 1954 besiegelten endgültig die Aufhebung der Besatzung Deutschlands. Die westlichen Siegermächte USA, Großbritannien und Frankreich gewährten der Bundesrepublik darin weitestgehende Souveränität. Wesentlicher Bestandteil des Vertragswerkes war unter Anderem der NATO-Beitritt Westdeutschlands. Am 27. Februar 1955 wurden die gefassten Beschlüsse durch den Deutschen Bundestag ratifiziert und traten schließlich am 5. Mai 1955 in Kraft. Fortan war die Bundesrepublik Deutschland fester Bestandteil der NATO.

Die NATO-Hauptquartiere

Ihren Hauptsitz hat die NATO seit ihrer Gründung insgesamt zweimal gewechselt. Von 1949 bis zum April 1952 war die US-amerikanische Hauptstadt Washington D.C. Dreh- und Angelpunkt aller NATO-Aktivitäten. Danach zog es die Organisation nach Paris, bevor sie sich im Jahr 1967 in Brüssel niederließ. Derzeit sind knapp 3500 Mitarbeiter in Vollzeit-Beschäftigung für die NATO tätig.

Aufgaben und Ziele

Die NATO arbeitet länderübergreifend und hat die Möglichkeit, direkten Einfluss auf Regierungen auszuüben. Die Aufgaben und Ziele der NATO sind seit ihrer Gründung quasi unverändert. Im Nordatlantikvertrag von 1949 manifestiert und formuliert, wurden im Laufe der Zeit die Beschlüsse einzig an die sich veränderten, sicherheitspolitischen Gegebenheiten angepasst. Als Kind des Kalten Krieges hat die NATO sich von jeher auf die Fahnen geschrieben, Freiheit und Sicherheit der Mitglieder allzeit zu garantieren. Die Mittel zur Durchsetzung der Ziele sind: Abschreckung, Aufrüstung und Abwehrbereitschaft. Mit dem Zerfall des Warschauer Paktes trat ein weiteres Mittel in den Vordergrund – der Dialog. Mit ehemaligen Gegnern wird seit 1990 verhandelt und paktiert. Die NATO-Osterweiterung steht exemplarisch für diese Entwicklung.