Vergleich der direkten und indirekten Rede im Deutschen

Im Gegensatz zur direkten bzw. wiedergebenden Rede wird in der indirekten bzw. berichtenden Rede eine Aussage mittelbar wiedergegeben. Das bedeutet, dass von einer Aussage berichtet wird. Bei der indirekten Rede wird gewissermaßen durch einen Mittelsmann berichtet. Beispielsweise: René sagt in direkter Rede: „Ich bin müde“. Torsten in berichtender Funktion äußert: René sagte er sei müde.

Die Rolle des Konjunktiv in der indirekten Rede

Die indirekte Rede wird nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet, sondern durch den Konjunktiv (Beispiel für Konjunktiv I: Er sagte, dass er keine Haustiere habe. Beispiel für Konjunktiv II: Er sagte, wie bereichernd es wäre, wenn er doch einmal Haustiere gehabt hätte) oder auch durch einen einleitenden Subjunktor (Bsp. dass, als, weil, während).
Die indirekte Rede kann als berichtende Rede erscheinen.
Beispielsweise: Torsten sagt zu Bernd: René sagte er sei müde.

Dies kann jedoch auch ihrerseits von einem Dritten berichtet werden: Bernd sagt zu seiner Lerngruppe: Torsten berichtete, dass René gesagt habe, er sei müde.

Um die direkte und indirekte Rede auseinanderhalten zu können ist es notwendig Konjunktivformen zu verwenden. Da bei der nichtwörtlichen Rede keine Anführungszeichen gebraucht werden, ist es oft nur möglich die Reden durch die Konjunktivformen zu unterscheiden.

Pronomensänderung

Auch die Rolle des Sprechers, die Rolle des Angesprochenen, sowie die Verwendung der 3. Person (er, sie, es) als das, worüber gesprochen wird, sind bei der berichtenden Rede wichtig. Da die berichtende Rede den wiedergebenden Redner aus seiner Ich-Hier-Jetzt Rolle herausnimmt, muss auch das Pronomen geändert werden.

Beispielsweise:
Aus
René sagt: „Ich bin müde.“
wird
Torsten sagt zu Bernd: Ich habe von René gehört, er sei müde.

Das bedeutet, in diesem Fall, dass René in der dritten Person auftritt (er), während Torsten zum Erzähler in der 1. Person wird (ich).

Die Verwendung des Konjunktivs

Es besteht hier auch die Möglichkeit anzuzeigen, dass für den Inhalt einer Äußerung, keine Gewähr für die Richtigkeit übernommen wird. Hier können Konjunktiv I und Konjunktiv II verwendet werden.

Beispiel für den Könjunktiv I wäre:
René sagte, dass er morgen trotzdem komme.

Ein Beispiel für den Konjunktiv II wäre:
René sagte, seine Freundin sei Gestern in der Stadt gewesen und sie hätte dort einen Kuchen für ihn gekauft.

Verwendung des Indikativs

Es ist auch möglich, statt des Konjunktivs den Indikativ zu verwenden. Dies kann geschehen, wenn die Aussage, die berichtet werden soll, in einem Satz mit dass oder ob oder ähnlichem steht.

Beispielsweise:
Er sagt, dass er in den Wald geht (statt gehe). Er fragt, ob er Waldbeeren mitbringen kann. (statt könne)

Durch die Worte ob und dass wird hier hinreichend die Abhängigkeit der folgenden Aussage von dem Hauptsatz deutlich.

Der Konjunktiv II wird besonders dann benutzt, wenn der Sprecher dem zu berichtenden Inhalt kritisch gegenüber steht.
Zum Beispiel: René erklärte, er hätte alles getan, was möglich war um wach zu bleiben.

Die Zeitformen

Es sind in der berichtenden Rede drei zeitliche Verhältnisse zu beachten.

  1. Der Zeitpunkt, zu dem, was von dem Erzähler wiedergegeben wird.
  2. Der Zeitpunkt, zu dem der Uhrheber seine Aussage macht oder gemacht hat. (gestern hat er gesagt,…, heute Morgen hat er gesagt,…)
  3. Der Zeitpunkt, zu dem die Aussage gemacht wird oder gemacht worden ist. Dies kennzeichnet sich meist durch einen einführenden Satz. (er sagte,…,er hat gesagt,…, er wird sagen,…)

Die genaue zeitliche Festlegung geschieht häufig durch Zeitangaben wie damals, morgen, gerade.

Übungen zum Konjunktiv

1. Bilde die folgenden Beispiele die in indirekter Rede formuliert sind, zu Sätzen in direkter Rede um.

Er könne nicht Fahrrad fahren.
Sie müsse noch den Einkauf erledigen.
Sie solle mehr Gemüse essen.

2. Bilde die folgenden Beispiele die in direkter Rede formuliert sind, zu Sätzen die in berichtender Rede formuliert sind.

Ich trage den Kasten.
Sie ginge nach Hause.

(Quelle: Schüler Duden, Grammatik, eine Sprachlehre mir Übungen und Lösungen, 2. Auflage, Dudenverlag)