Der Konjunktiv 2 ist eine Version der Möglichkeitsform in der deutschen Sprache. Er wird auch als Irrealis bezeichnet. Im Vergleich mit dem Konjunktiv 1, der die reale Möglichkeit bezeichnet, beschreibt der Konjunktiv 2 etwas, das unmöglich ist oder in Zweifel gezogen wird. Oft wird der Konjunktiv 2 in der indirekten Rede anstelle des Konjunktiv 1 verwendet.

Die Bildung des Konjunktiv 2

  • Präsens: Präteritumstamm mit Konjunktivendung
  • Perfekt: Konjunktiv 2 von „sein“ oder „haben“ mit Partizip Perfekt
  • Futur: Konjunktiv 2 von „werden“ mit Infinitiv

Der Konjunktiv 2 wird angewendet bei

  • Unwahrscheinlichkeit: Das hätte ihr niemand zugetraut. So schnell hätte niemand damit gerechnet.
  • Indirekte Rede: Sie sagten, er hätte kein Geld bei sich gehabt. Sie behauptete, sie hätte das Schild nicht gesehen.
  • Nicht zu erfüllender Wunsch: Wenn wir doch im Lotto gewinnen würden!
  • Unwirkliche Bedingung: Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nicht gekommen. Wenn ich groß wäre, könnte ich das auch!
  • Höfliche Frage: Könnten Sie mir bitte behilflich sein? Würden Sie mit bitte die Butter reichen?
  • Fragende Aufforderung: Sie müssten eigentlich mal ein bisschen ausspannen! Sie sollten sich das nicht gefallen lassen!

    Der Konjunktiv 2 ist eine Möglichkeitsform.

    Der Konjunktiv 2 ist eine Möglichkeitsform.

Übungen für den Gebrauch der Möglichkeitsform lassen sich jederzeit zusammen stellen. Wichtig ist, dass im normalen Alltagsdeutsch der Übergang von Konjunktiv 1 zu 2 oft fließend ist und umgangssprachlich variiert wird.

In der gesprochenen Sprache wird oft der Konjunktiv 2 anstelle des Konjunktiv 1 benutzt, weil der Konjunktiv 1 sich von der Gegenwartsform des entsprechenden Verbs nicht unterscheidet. Um die Möglichkeitsform klar zu machen, wird deswegen der Konjunktiv 2 benutzt.

In der Umgangssprache wird der Konjunktiv 2 oft auch durch die Form mit „würde“ ersetzt, zum Beispiel:
Er sagte, er ginge zur Schule“, wird zu:“Er sagte, er würde zur Schule gehen„. Übungen zum Konjunktiv findet man im Internet und in entsprechender Lektüre.

Sprache ist etwas Lebendiges und somit einer Evolution unterworfen. Die Nutzung der Möglichkeitsformen in der deutschen Sprache ist ein gutes Beispiel dafür. Die theoretischen Regeln decken sich nicht immer mit dem, was tatsächlich täglich gesprochen und geschrieben wird.

Das eigene Sprachgefühl zeigt einem am besten, welche Form angebracht und stilistisch am besten ist.