Das Wort Ballett kommt von italienischen balletto und bedeutet Tanz. Es beschreibt eine künstlerisch klassische Form des Bühnentanzes. Meist ist es ein Handlungsballett. Dabei werden auf der Grundlage eines Librettos die Musik und die Choreografie aufgebaut. Abgerundet wird dann alles noch durch Kulissen, Bühnenbild und die Kostüme. Ballett ist eigentlich eine der schwierigsten Formen des Tanzes und erfordert absolute Körperbeherrschung.

Die Geschichte des klassischen Balletts

Im 15.und 16. Jahrhundert entwickelte sich Ballett aus Schauspielen, die an italienischen und französischen Fürstenhöfen aufgeführt wurden. Es war aber noch keine eigenständige Kunstform und zuerst auch nur Männern vorbehalten. Allmählich behauptete Frankreich eine gewisse Vormachtstellung gegen Italien, was das Ballett betraf. Das erklärt auch, warum bis heute alle Begriffe in französischer Sprache sind. Ab 1681 durften in Frankreich auch Frauen öffentlich auftreten. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden schließlich die ersten Handlungsballette.

Handlungsballette

Heute kaum zu glauben, doch Ballett war zu Beginn nur Männern vorbehalten.

Heute kaum zu glauben, doch Ballett war zu Beginn nur Männern vorbehalten.

Das älteste Handlungsballett, das bis heute im Repertoire vieler Theater zu finden ist, ist das Stück La Fille mal gardée von 1789. Hier wurde auf klassische Formen und mythologische Wesen verzichtet und stattdessen ein zwischenmenschlicher Konflikt auf die Bühne gebracht. Mit der Choreografie von La Sylphide 1832 begann die Zeit des romantischen Balletts. Es wurden einschneidende Veränderungen vorgenommen. Der Spitzentanz entstand und damit veränderten sich auch die Kostüme damit die Zuschauer Füße und Beine sehen konnten. Maria Taglioni wird als erste Tänzerin genannt, die den Spitzentanz ausübte. Dabei wurde auch die Rolle der Solisten neu geformt. Nun gab es eine Primaballerina, die die Hauptrolle übernahm. Seine Blütezeit hatte das Ballett im 19. Jahrhundert in Russland. Das russische Ballett zählt bis heute noch zu den besten der Welt. Der russische Stil wurde vor allem von Agrippina Jakowlewna Waganowa geprägt. Die bekannteste russische Schule ist die Waganowa-Schule in St. Petersburg.

Berühmte Stücke und Tänzer

Unter Marius Petipa wurden in Russland viele Meisterwerke des klassischen Tanzes geschaffen, wie zum Beispiel Schwanensee, Dornröschen und der Nussknacker. Die Musik dafür kam oftmals von Peter Tschaikowski. Die bekannteste Ballerina dieser Zeit war Anna Pawlowa. Weitere berühmte Tänzer sind Vaslav Nijinsky, Mikhail Baryshnikov, Darcey Bussell, Margot Fonteyn, Natalja Romanowna Makarowa, Vladimir Malakhov, Rudolf Nurejew, Maya Plisetskaya und Galina Ulanowa.