Was ist der Superlativ?

Wenn man in der deutschen Sprache Eigenschaften von Menschen oder Dingen miteinander vergleichen möchte, dann verwendet man dazu bestimmte Formen des Adjektivs. Diese Formen nennt man Vergleichsformen. Damit werden verschiedene Stufen einer Eigenschaft (Adjektiv = Eigenschaftswort) gekennzeichnet.

Grundsätzlich kennt die deutsche Hochsprache drei Vergleichsstufen:

• Positiv (Grundstufe): Maria schwimmt schnell.
• Komparativ (Mehrstufe): Tim schwimmt schneller als Paul und Maria.
• Superlativ (Höchststufe): Sophie schwimmt am schnellsten.

Der Superlativ drückt aus, welcher von mindestens drei Menschen oder Sachen den höchsten Grad einer Eigenschaft (hier: schnell schwimmen zu können) hat.

Wie bildet man den Superlativ?

Normalerweise bildet man den Superlativ, indem man –st/-est an die Grundstufe anhängt: schnell-schneller-am schnellsten. Flektiert (gebeugt) werden Superlative wie die Adjektive: Die schnellste Bahnzeit schwamm Sophie. Ihr schönster Moment war dann später die Siegerehrung.

Kann man den Superlativ noch steigern?

Der Superlativ hat eine Steigerungsform, den Elativ. Diese absolute Höchststufe wird ähnlich wie der Superlativ gebildet, allerdings ohne einen direkten Vergleich zu beinhalten. Der Elativ drückt einen besonders hohen Grad einer Eigenschaft aus, taucht deshalb häufig in der Werbesprache auf: Das ist ein superbilliger Preis! Auch in der Umgangssprache ist er beliebt. Ein Präfix (Vorwort) wie super- oder mega- einfach vor das betreffende Adjektiv stellen und fertig ist der Elativ: Sophie ist eine megaschnelle Schwimmerin.

Die Sprache ist dynamisch, sie verändert sich permanent, wie die Menschen, die sie sprechen. Veraltete Wörter verschwinden, neue entstehen. Wörter wie ‚Bandsalat’ kennen nur noch Ältere, die Musik noch von Musikkassetten hörten, beim Begriff ‚Soziales Netzwerk’ wissen Jüngere sofort, dass damit kein Sportverein gemeint ist. Seit einiger Zeit liest und hört man eine Steigerungsform, die noch über Superlativ oder Elativ hinausgeht, den sogenannten Hyperlativ.

Typische Beispiele findet man nicht nur in Print- oder Online-Magazinen mit ihrer „gehypten“ Sprache: George Clooney – der bestaussehendste Schauspieler Hollywoods!. Auch in der Alltagskommunikation ist der Hyperlativ beliebt: Im Meeting ist eine typische Cheffrage wie „Sophie, was wäre denn für Sie die optimalste Lösung?“ grammatisch eigentlich nicht korrekt. ‚Optimal’ als Absolutadjektiv (Damit sind Adjektive wie ‚tot’ oder ‚blind’ gemeint, die absolute Urteile ausdrücken.) ist nicht steigerbar, da es bereits den höchsten Grad einer Eigenschaft ausdrückt. Dennoch erfüllt der Hyperlativ in bestimmten Situationen sein gewünschtes kommunikatives Ziel, insbesondere in Verbindung mit dem Konjunktiv.