Der Hyperlativ steht in der deutschen Sprache in keinem guten Ruf. Den wie die Silbe Hyper, übersetzt aus dem Griechischen schon anzeigt, ist das Ausgesagte drüber und über. Das ist im deutschen Sprachempfinden eher ungewöhnlich und ungebräuchlich. Der Hyperlativ wird entweder gar nicht oder nur in sehr wenigen Fällen und Ausnahmen benutzt. Er steht also sprachlich eher negativ und konterproduktiv zum Komparativ, dem Konjunktiv, dem Positiv und dem Superlativ, der noch am ehesten infrage kommt, um etwas besonders hervorzuhebendes ausdrücken zu können.

Sprachbeispiele für den Hyperlativ

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An den fünf hier aufgeführten Beispielen wird schon spürbar dass die Komparationsform des Hyperlativs umgangssprachlich vielleicht irgendwie einsetzbar ist. Aber widerspricht allen Regeln des Hochdeutschen. Aus mehreren Wortbestandteilen zusammengesetzt, wird der Hyperlativ sogar zu einem Zungenbrecher, der Probleme bei der Aussprache macht, da sogar das Sprachorgan Zunge sich gegen die Aussprache wehrt. Die Komparationsform des Hyperlativs kommt nur durch die Voranstellung oder Beifügung eines Adjektives zustande. Die Übertreibung soll eigentlich etwas sprachlich fassen, was unsagbar geworden ist. Damit gehört es schon fast in den Bereich des Numinosen.

Artverwandt dem Hyperlativ ist die Hyperbel

Auch im Sprachgebrauch der Manager wird der Hyperlativ gerne angewandt.

Auch im Sprachgebrauch der Manager wird der Hyperlativ gerne angewandt.

Die verbale Übertreibung und Übertreffung kommt in der sprachlichen Anwendung vor allem in der Literatur vor. Oder in der Mathematik beim sogenannten Kegelschnitt. Doch die Hyperbel ist in der Literatur jedoch keine Komparationsform. Sie ist hier zumeist ein sprachlich anmutender Antagonismus: Der hat Geld wie Sand am Meer. Das Meer ist voller Tränen. Vor allem in der Lyrik ist die literarische und lyrische Übertreibung zu Hause. Eine beispiellose Fundgrube für diese Sprachform ist das Buch der Bücher: die Bibel. Hier finden sich vor allem im Buch der Psalmen und im Buch Kohelet Bilder erschaffende Sprache. Diese lebt von den Übertreibungen und Kennzeichnung, dass es hier ein Maß an Überfluss gibt. Adaptiert wurde dieses weltanschaulich-religiöse Sprachgefüge, das ein Höchstmaß an Transzendenz in anthropomorphem Sprechen andeuten will, von Managern. Gerade in den Chefetagen des höheren Managements ist es zu einem Modetrend geworden bei Aktionärstagungen etc. neuester Wortkreationen aus dem Bereich des Hyperlativierens zum Besten zu geben. Leider ist dies nicht unbedingt ein sprachlicher Lapsus, sondern eher eine Hochstilisierung der Wirtschaft auf eine Meta-Ebene, die ihr nicht zusteht.