Der Positiv ist ein sprachwissenschaftlicher Begriff, der sich auf Adjektive und Adverbien hinsichtlich ihrer Steigerung (Komparation) bezieht. Dabei macht er die Grundform von Adjektiven und Adverbien aus, d. h. er ist die ungesteigerte Form dieser.
Der Begriff „Positiv“ stammt vom lateinischen Wort „ponere“, was auf Deutsch „festlegen“ heißt.

Der Positiv in Verbindung mit der Komparation

Die Komparation beschäftigt sich in der Sprachwissenschaft mit der Steigerung von Adjektiven und Adverbien. Dabei macht der Positiv die neutrale, ungesteigerte Position aus, d. h. er wird einfach verwendet (z. B. der schnelle Läufer). Er vergleicht die Eigenschaften der Substantive, auf die er sich bezieht, nicht mit anderen. Anders verhält es sich bei gesteigerten Adjektiven und Adverbien; sie beziehen sich immer auf Vergleiche mit anderen einer Eigenschaft unterstellten Individuen, auch wenn diese Vergleiche häufig nicht ersichtlich sind.

Der Komparativ ist nach dem Positiv die erste Steigerungsstufe. Er vergleicht die Eigenschaft eines Substantivs mit anderen, die dieselbe Eigenschaft inhärent haben, z. B. wird die Grundform schnell zu schneller. Beispielsweise wird der schnellere Läufer mit unbekannten Läufern verglichen, die nicht so schnell sind wie er. Darüber hinaus gibt es auch Vergleiche zwischen bekannten Individuen oder Gruppen, z. B. Peter ist schneller als Hans. Dem Komparativ kommt somit die Eigenschaft des Vergleiches hinzu. Ebenso verhält es sich mit dem Superlativ, der zweiten Steigerung nach dem Positiv (z. B. schnell wird zu schnellste (-r, -s); am schnellsten). Die Aussage Peter ist der schnellste Läufer ist ein Vergleich, der Peter von allen anderen Läufern abgrenzt. In diesem Fall ist der Superlativ ein Elativ, d. h. es sind keine bekannten Vergleichsobjekte benannt. Ein reiner Superlativ wäre wiederum z. B. Peter ist der schnellste Läufer seines Vereins.
Ferner bildet der Hyperlativ eine direkte Komparation der Grundform in einen verfälschten Superlativ, z. B. einzige wird zu einzigste, d. h. ein eigentlich unsteigerbares Adjektiv wird in die Höchstform gesteigert. Solche Wortschöpfungen entstehen häufig aus der Umgangssprache heraus und werden (insbesondere von Sprachunkundigen) bevorzugt verwendet – ebenfalls z. B. die Verfälschung des Konjunktivs II durch das Wort würde.
Summa summarum kann über den Positiv gesagt werden, dass er keine Vergleiche anstellt und die Intensität einer Eigenschaft als neutral darstellt.