Ein Wirtschaftskreislauf dient ganz allgemein der Darstellung und Untersuchung von Güter- und Geldbewegungen in einer Volkswirtschaft. Er stellt zugleich eine Hilfestellung dar, damit die Zusammenhänge in einer Volkswirtschaft einfacher verstanden werden können. Gekennzeichnet ist der Wirtschaftskreislauf üblicherweise von den Sektoren Haushalte, Unternehmen, Banken, Staat und Ausland. Zwischen ihnen fließen Geld- und Güterströme in bestimmter Stärke und Richtung.

Unterschieden wird zwischen vier verschiedenen Kreisläufen: Dem einfachen, dem erweiterten und dem vollständigen Wirtschaftskreislauf. Daneben existiert das Modell des Wirtschaftskreislaufes einer offenen Volkswirtschaft.

Einfacher Wirtschaftskreislauf

Bei dem einfachen Wirtschaftskreislauf werden nur die Sektoren Unternehmen und Haushalte dargestellt.

Bei dem einfachen Wirtschaftskreislauf werden nur die Sektoren Unternehmen und Haushalte dargestellt.

Der einfache Wirtschaftskreislauf wird auch als 2-Sektoren-Modell bezeichnet. Es werden nur zwei Sektoren betrachtet, nämlich Unternehmen und Haushalte. Die anderen drei Sektoren bleiben hier außer Acht.

Es wird einerseits ausgegangen von einer geschlossenen Volkswirtschaft ohne Eingreifen aus dem Ausland und andererseits von einer stagnierenden Volkswirtschaft. Das bedeutet, dass jegliches Wachstum, von der eine Volkswirtschaft normalerweise gekennzeichnet ist, ignoriert wird. Vorausgesetzt wird außerdem, dass der Staat nicht eingreift.

Der Geldstrom setzt sich im einfachen Wirtschaftskreislauf aus dem Einkommen und den Konsumausgaben der Haushalte und aus den Einnahmen und Ausgaben der Unternehmer zusammen. Der Güterstrom umfasst Wirtschaftsgüter, die von den Unternehmen zu den Haushalten fließen, und andererseits Produktionsfaktoren, die von den Haushalten zu den Unternehmen fließen. Als Wirtschaftsgüter werden Waren und Dienstleistungen bezeichnet, die drei Produktionsfaktoren hingegen sind Arbeit, Boden und Kapital.

Ein Beispiel für den einfachen Wirtschaftskreislauf kann ein Arbeiter genannt werden, der vom Unternehmer am Ende des Monats seinen Lohn erhält. Es wird Arbeit gegen Geld getauscht.

Andere Modelle

Neben dem einfachen Wirtschaftskreislauf gibt es, wie erwähnt, den erweiterten Wirtschaftskreislauf. Dieser ergänzt den einfachen Kreislauf um Kapitalsammelstellen, darunter sind Banken, Versicherungen, etc. zu verstehen. In diesem Modell wird also auch Rücksicht auf die Möglichkeit genommen, dass Haushalte die Möglichkeit haben, Kapital zu sparen.

Der vollständige Wirtschaftskreislauf – auch als 4-Sektoren-Modell bezeichnet – ergänzt den erweiterten Kreislauf um den Faktor Staat. Hier wird davon ausgegangen, dass der Staat in Form von Sozialleistungen, Lohnauszahlungen (als Arbeitgeber), Steuern und konsumierten Dienstleistungen und Gütern in die Volkswirtschaft eingreift. Auch dieser vollständige Kreislauf lässt die Möglichkeit des Eingreifens aus dem Ausland außer Acht, es wird nach wie vor von einer geschlossenen Volkswirtschaft ausgegangen.

Der reale Wirtschaftskreislauf einer offenen Volkswirtschaft umfasst neben den bereits genannten Sektoren auch den Sektor Ausland. Der reale Kreislauf umfasst demnach auch das Eingreifen des Auslands in Form von Importen und Exporten von Gütern und Dienstleistungen.